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Instandhaltungsprogramme für private Halter

Segelflugzeuge, Motorsegler, Ballone und motorisierte Luftfahrzeuge, die „nicht technisch kompliziert motorgetrieben“ sind:

Erstellung und Genehmigungsverfahren von Instandhaltungsprogrammen für nicht-gewerblichen Luftverkehr im Zuständigkeitsbereich des LBA

Rechtsgrundlage: Verordnung (EU) 1321/2014, zuletzt geändert durch Verordnung (EU) 2015/1536.

Betrieb des Luftfahrzeuges nach Verordnung (EU) 965/2012, Teil-NCO.

Die folgenden Möglichkeiten gelten für private Halter (natürliche und juristische Personen) mit einem in der Bundesrepublik Deutschland registriertem Luftfahrzeug.

Erstellung und Formulierung des IHP

Für die Gestaltung des IHPs gibt es 2 Möglichkeiten. Beide IHP Möglichkeiten sind gleichwertig und der Halter kann frei zwischen beiden Möglichkeiten wählen.

Ein "vereinfachtes" IHP entsprechend AMC M.A.302 lit. e).

·         Vorlage zum vereinfachten IHP

Das „vereinfachte“ IHP enthält keine Intervalle zu Instandhaltungsmaßnahmen (Ausnahmen für EMZ/STC).
Bei ELA 1 Flugzeugen und Ballonen kann das IHP auf Wunsch entsprechend dem Mindestinspektionsprogramm (M.A.302 lit. i) gestaltet werden kann, wenn nicht den Empfehlungen des Halters der Musterzulassung („Hersteller“) gefolgt werden soll. Zusätzlich zum MIP gelten jedoch weiterhin Lufttüchtigkeitsanweisungen mit Wiederholungsintervallen, Lufttüchtigkeitsgrenzen (Airworthiness Limitations (ALS, bei ELA 1 Luftfahrzeugen jedoch bis auf sehr wenige Ausnahmen nicht vorhanden), sowie eventuelle im Kennblatt (TCDS) genannten besondere Anforderungen an die Instandhaltung. Gleichzeitig müssen sonstige Empfehlungen des Herstellers, wie TBO, SID, o. ä. bei der Erstellung des IHPs berücksichtigt werden, Abweichungen hiervon sind jedoch möglich (bitte beachten Sie die Hinweise zur Genehmigung).

·         MIP für Flugzeuge

·         MIP für Segelflugzeuge und Motorsegler

·         MIP für Ballone

·         Oder gegebenenfalls erweitern oder konkretisieren (Anlage A)

Hinweis: das MIP ist primär gedacht um ein adäquates Maß an Sicherheit zu bieten wenn die Anweisungen des Herstellers nur sehr knapp sind und die Mindestforderungen des MIP unterschreiten (hauptsächlich bei älteren Luftfahrzeugen). Die Anwendung des MIP für andere Luftfahrzeuge ist möglich, aber nicht empfehlenswert.

Ein „erweitertes“ IHP entsprechend Appendix I to AMC M.A.302 and M.B.301 lit. b)

Das „erweiterte“ IHP enthält konkrete Intervalle für die durchzuführenden Maßnahmen.

·         Vorlage für Flugzeuge (inklusive Motorsegler und Segelflugzeuge)

·         Vorlage für Hubschrauber

·         Vorlage für Ballone

 

Genehmigung des IHP

Deklaration durch Halter bei ELA 1 Luftfahrzeugen

Mit Verordnung (EU) 2015/1088 hat die europäische Kommission für Halter von ELA1 Flugzeugen (u.a. alle Segelflugzeuge, alle Motorsegler und „leichte“ E-Klasse) die Möglichkeit geschaffen ein Instandhaltungsprogramm selbst zu deklarieren (M.A.302 lit. h).S. 1 Nr. 4).
Mit der unterzeichneten Erklärung bescheinigt der Halter, dass dies das Instandhaltungsprogramm für das Luftfahrzeug mit dem betreffenden Eintragungszeichen ist und dass er die volle Verantwortung für die Inhalte und vor allem für etwaige Abweichungen von den Empfehlungen des Halters der Musterzulassung („Hersteller“) übernimmt (hierzu zählen TBOs, SIDs, o.ä.). Das IHP darf nicht weniger restriktiv sein als das Mindestinspektionsprogramm.
Die Vorlage des selbstdeklarierten IHPs folgt AMC M.A.302 lit. e).
Das selbstdeklarierte IHP muss nicht an das Luftfahrt-Bundesamt (Referat T5) gesendet werden.

Genehmigung durch Behörde

Hinweis: Bei der beabsichtigten Abweichung von Empfehlungen der Hersteller müssen alternative Instandhaltungsmaßnahmen wie zum Beispiel eine „Funktions- und Zustandsprüfung“ vorgeschlagen werden und diese alternativen Instandhaltungsmaßnahmen von der Behörde genehmigt werden.

Allen Haltern von nicht technisch komplizierten motorgetriebenen Luftfahrzeugen (dies beinhaltet auch Segelflugzeuge und Motorsegler) im nicht-gewerblichen Luftverkehr steht weiterhin die Möglichkeit der direkten Genehmigung des IHP über das Luftfahrt-Bundesamt oder per eingeschränktem oder vollständigem CAMO Vertrag offen.

Digital an: arc@lba.de

Oder postalisch an

Luftfahrt-Bundesamt

Referat T5 - Sachgebiet T52 -

38144 Braunschweig

IHPs, die beim LBA eingereicht werden müssen ein vollständig ausgefülltes Antragsformular enthalten.

Anmerkung: nicht vom LBA genehmigte CAMOs müssen das IHP über das LBA genehmigen lassen. Die Nutzung eines indirekten Genehmigungsverfahrens ist nicht zulässig.

 

Annex II Luftfahrzeuge

Die Instandhaltungsanweisungen des Halters der Musterzulassung gelten als genehmigtes Instandhaltungsprogramm (§ 12 Abs. 3 LuftGerPV). Abweichungen von den Anweisungen sind möglich, diese können für Annex II Luftfahrzeuge der ELA 1 Voraussetzungen vom Halter direkt deklariert werden und sind direkt genehmigt. Für alle anderen Annex II Luftfahrzeuge müssen Abweichungen von der Behörde genehmigt werden (NfL 2-81-14).

 

Technisch komplexe motorgetriebene Luftfahrzeuge

Halter technisch komplizierter motorgetriebenen Luftfahrzeuge, die nicht im gewerblichen Luftverkehr eingesetzt werden, müssen einen Vertrag über die Aufrechterhaltung der Führung der Lufttüchtigkeit mit einer CAMO schließen.

Das IHP muss den Anforderungen an Appendix I to AMC M.A.302 and M.B.301 folgen.

 

Gewerblich genutzte Luftfahrzeuge

Im gewerblichen Luftverkehr genutzte Luftfahrzeuge müssen einen Vertrag über die Aufrechterhaltung der Führung der Lufttüchtigkeit mit einer CAMO schließen.

 

Information an das LBA bei Kündigung eines Vertrages mit einer CAMO

Gemäß Anlage I ist das LBA zu unterrichten, wenn der Vertrag über die Führung der Aufrechterhaltung der Lufttüchtigkeit von einer der beiden Parteien gekündigt wurde.

Die Meldung hat an arc@lba.de zu erfolgen. Bitte das Formblatt ausfüllen.

Hinweis: mit der Wirksamkeit der Kündigung verliert das der CAMO genehmigte IHP seine Gültigkeit. Der Halter muss sich um ein neues IHP kümmern.

Stand: 08.03.2018

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