Luftfahrt-Bundesamt

FAQ zum Zulassungsverfahren für bekannte Versender

Wie und wo beantrage ich die Zulassung zum bekannten Versender?

Hinsichtlich der Zulassung zum bekannten Versender wenden Sie sich bitte an das Referat S 4 - Zulassung bekannte Versender.

Für das Einsenden von Dokumenten nutzen Sie bitte folgende Anschrift oder E-Mail-Adresse:

Luftfahrt-Bundesamt
38144 Braunschweig
Fax: +49 531 2355-6499

E-Mail: bekannteversender@lba.de (Referat S 4 - Zulassung bekannte Versender)

Das vom Luftfahrt-Bundesamt zur Verfügung gestellte Antragsformular ist vollständig ausgefüllt und unterschrieben an die oben genannte Post- oder E-Mailadresse bzw. Faxnummer zu senden.

Welche Dokumente müssen für die Zulassung zum bekannten Versender beim Luftfahrt-Bundesamt eingereicht werden?

Neben dem Antrag, muss der Antragsteller folgende Unterlagen einreichen:

a) Für den Sicherheitsbeauftragten und eventuelle Stellvertretungen sind folgende Nachweise einzureichen:

  • Positiv beschiedene Zuverlässigkeitsüberprüfung nach § 7 Luftsicherheitsgesetz. Die Zuverlässigkeitsüberprüfung beantragen Sie bei der für Sie zuständigen Luftsicherheitsbehörde des jeweiligen Bundeslandes.
  • Schulungszertifikate der erfolgreich bestandenen Luftsicherheitsschulungen nach Ziffer 11.2.5. des Anhangs der Durchführungsverordnung (DVO) (EU) 2015/1998 einzureichen. Sofern der Sicherheitsbeauftragte bzw. sein Stellvertreter Sicherheitskontrollen durchführt, ist überdies auch das Schulungszertifikat der erfolgreich bestandenen Luftsicherheitsschulung nach Ziffer 11.2.3.9. des Anhangs der DVO (EU) 2015/1998 einzureichen.

b) Für das Personal sind folgende Nachweise vorzulegen:

  • Personal, das physisch oder dokumentarisch mit Luftfracht/-post in Berührung kommt oder kommen kann und Sicherheitskontrollen durchführt, muss eine Schulung gemäß Ziffer 11.2.3.9. des Anhangs der DVO (EU) 2015/1998 absolviert haben und zudem über eine gültige Zuverlässigkeitsüberprüfung nach § 7 Luftsicherheitsgesetz verfügen
  • Personal, das physisch oder dokumentarisch mit Luftfracht/-post in Berührung kommt oder kommen kann, muss eine Schulung gemäß Ziffer 11.2.7. des Anhangs der DVO (EU) 2015/1998 absolviert haben und zudem über eine gültige Zuverlässigkeitsüberprüfung nach § 7 Luftsicherheitsgesetz verfügen

c) Unternehmensspezifisch ausgefülltes Bekannte-Versender-Sicherheitsprogramm

Das Luftfahrt-Bundesamt hat für Antragsteller ein Muster für das bekannte Versender-Sicherheitsprogramm zur Verfügung gestellt. Bitte beachten Sie auch die darin geforderten Anlagen.

Wer sollte das Bekannte-Versender-Sicherheitsprogramm erstellen?

Für die Erstellung des Bekannte-Versender-Sicherheitsprogramms ist das Unternehmen verantwortlich, das die Zulassung als bekannter Versender anstrebt. Jedes Unternehmen ist verpflichtet, mindestens eine Person (Sicherheitsbeauftragter) zu benennen, die für die Durchführung von Sicherheitskontrollen und die Überwachung ihrer Einhaltung verantwortlich ist.

Mit welchen Kosten ist im Rahmen des Zulassungsverfahrens zu rechnen?

Mit der Novellierung des Luftsicherheitsgesetzes zum 04. März 2017 ist eine Ermächtigung zum Erlass einer Verordnung verbunden, auf deren Grundlage Gebühren und Auslagen erhoben werden können. Sobald uns hierzu nähere Informationen vorliegen, werden wir Sie darüber in Kenntnis setzen.

Außerdem entstehen ggf Kosten für die Schulung des Sicherheitsbeauftragten sowie des Personals, welches physisch oder dokumentarisch mit Luftfracht/-post in Berührung kommt oder kommen kann bzw. Sicherheitskontrollen durchführt. Zudem ist auch die Zuverlässigkeitsüberprüfung nach § 7 Luftsicherheitsgesetz gebührenpflichtig. Mittelbar entstehen dem Unternehmen (an dem Betriebsstandort) möglicherweise weitere Kosten für die Einführung und Aufrechterhaltung der Luftsicherheitsstandards.

Ist eine Doppelzulassung an einem Betriebsstandort möglich?

Es besteht die Möglichkeit an einem Betriebsstandort sowohl die Zulassung als bekannter Versender wie auch als reglementierter Beauftragter zu erhalten (Doppelzulassung). Hierbei ist folgendes zu beachten:

a) Das Unternehmen muss seine Prozesse am betreffenden Betriebsstandort zwischen bekanntem Versender und reglementiertem Beauftragten klar trennen. Es müssen jeweils unabhängige Sicherheitsbeauftragte im Rahmen der unterschiedlichen Prozesse benannt werden.

b) In-Sich-Geschäfte dürfen nicht durchgeführt werden. Ein Unternehmen mit dem Status als reglementierter Beauftragter darf nicht den Sicherheitsstatus „SPX by KC“ für Luftfrachtsendungen des "eigenen" bekannten Versenders vergeben.

c) Die Luftfracht/-postsendungen dieses "eigenen" bekannten Versenders können nur an einen unternehmensfremden reglementierten Beauftragten "sicher" übergeben werden.

d) Als reglementierter Beauftragter kann dieses Unternehmen lediglich Luftfracht/-postsendungen von unternehmensfremden bekannten Versendern "sicher" bearbeiten.

e) Für die Doppelzulassung müssen ein Antrag auf Zulassung als bekannter Versender und ein Antrag auf Zulassung als reglementierter Beauftragter, einschließlich entsprechender Sicherheitsprogramme, beim LBA eingereicht werden.

Bei Fragen zur Zulassung zum reglementierten Beauftragten, wenden Sie sich bitte an das Referat S 3 - Zulassung reglementierte Beauftragte unter RegB@lba.de.

Bei Fragen zur Zulassung zum bekannten Versender oder zu der oben genannten Möglichkeit der “Doppelzulassung“, wenden Sie sich bitte an das Referat S 4 - Zulassung bekannte Versender unter bekannteversender@lba.de bzw. telefonisch unter +49 531 2355-0.

Nach erfolgreicher Zulassung: Wie erbringt ein Unternehmen den Nachweis, dass es über den Status des zugelassenen bekannten Versenders verfügt?

Wurde ein Unternehmen vom Luftfahrt-Bundesamt als bekannter Versender zugelassen, wird das Unternehmen in die Unionsdatenbank zur Sicherheit der Lieferkette eingetragen. Reglementierte Beauftragte verfügen ebenso über einen Zugang zu dieser Datenbank und können abfragen, ob ein Unternehmen bzw. ein Betriebsstandort über den Status des bekannten Versenders verfügt.

Muss nach der Zulassung mit behördlichen Inspektionen gerechnet werden?

Entsprechend der gesetzlichen Vorgaben führt das Luftfahrt-Bundesamt regelmäßig unangekündigte Inspektionen durch. Ferner sind auch Überprüfungen durch nationale Sicherheitsauditoren oder EU-Inspektoren möglich.

Wie erhalte ich die für die Zulassung zum bekannten Versender notwendigen Informationen und Dokumente?

Alle für die Zulassung notwendigen Dokumente erhalten Sie im Downloadbereich des Referates S 4 - Zulassung bekannte Versender.
Weitere Informationen erhalten Sie durch das Referat S 4 - Zulassung bekannte Versender unter bekannteversender@lba.de bzw. telefonisch unter +49 531 2355-0.

Welche Änderungen müssen vorher durch das Luftfahrt-Bundesamt genehmigt werden?

Die mitteilungspflichtigen Änderungen, die ein Unternehmen dem Luftfahrt-Bundesamt mitzuteilen hat, richten sich nach einer gesetzlich normierten Verpflichtungserklärung, die ein bekannter Versender als Voraussetzung für seine Zulassung abgeben muss.

Danach müssen dem Luftfahrt-Bundesamt relevante Einzelheiten zeitnah, spätestens jedoch innerhalb von 10 Arbeitstagen mitgeteilt werden, falls es Änderungen in der Betriebsstätte oder bei den Verfahren gibt, die Auswirkungen auf die Sicherheit haben.

Haben die Änderungen Auswirkungen auf die im Bekannte-Versender-Sicherheitsprogramm enthaltenen Informationen, ist dieses entsprechend zu ändern und vorab beim Luftfahrt-Bundesamt eine Revision zur Genehmigung einzureichen.

Unter anzeigepflichtigen/genehmigungspflichtigen Änderungen versteht das Luftfahrt-Bundesamt in jedem Fall Folgendes:

  • Änderung des Betriebsstandortes (Adressänderung einschließlich Umzug)
  • Änderung des Sicherheitsbeauftragten und des Stellvertreters
  • Änderungen der luftsicherheitsrelevanten Bereiche
  • Umfirmierung


Inwieweit weitere Änderungen Auswirkungen auf die Sicherheit haben, kann das Luftfahrt-Bundesamt nur bei Kenntnis des konkreten Einzelfalls beurteilen. Insbesondere bei der Änderung des Betriebsstandortes und bei der Änderung der luftsicherheitsrelevanten Bereiche ist ein Vor-Ort-Termin grundsätzlich erforderlich. Es wird jedem zugelassenen bekannten Versender dringend empfohlen, sich im Zweifelsfall vor jeder Änderung mit dem Luftfahrt-Bundesamt rechtzeitig in Verbindung zu setzen.


Erfolgt eine Abstimmung über die Änderungen vorab mit dem Luftfahrt-Bundesamt nicht und führen die Änderungen in ihrem Nachgang dazu, dass das Luftfahrt-Bundesamt Zweifel hat, ob der bekannte Versender die gesetzlichen Anforderungen noch erfüllt, muss es dem Betreffenden gem. Ziffer 6.4.1.5. des Anhangs der Durchführungsverordnung (DVO) (EU) 2015/1998 i. V. m. § 9a Absatz 2 Satz 6 Luftsicherheitsgesetz den Status als bekannter Versender für den jeweiligen Betriebsstandort entziehen oder aussetzen.

Müssen dem Luftfahrt-Bundesamt Änderungen vorab angezeigt werden?

Luftsicherheitsrelevante Änderungen müssen dem Luftfahrt-Bundesamt rechtzeitig, mindestens jedoch innerhalb von 10 Arbeitstagen mitgeteilt werden. Diese Informationen sind darüber hinaus als Revision des Bekannte-Versender-Sicherheitsprogramms einzureichen.

Wie ist der Ablauf beim Zulassungsaudit (Vor-Ort-Kontrolle)? Wer muss bei diesem Termin anwesend sein und welche Dokumente werden bei diesem Termin benötigt?

Bei einer Vor-Ort-Kontrolle im Rahmen der Zulassung zum bekannten Versender erfolgt eine umfassende Inaugenscheinnahme der an einem Betriebsstandort getroffenen Sicherheitsmaßnahmen. Dabei wird bewertet, ob der Betriebsstandort die gesetzlichen Anforderungen für bekannte Versender erfüllt.

Bei diesem Termin sollte der Sicherheitsbeauftragte und die für die Personaleinstellung verantwortliche Person anwesend sein. Das Luftfahrt-Bundesamt teilt jedoch vor jeder Vor-Ort-Kontrolle mit, welche Gesprächspartner zur Verfügung stehen sollten.

Zu den Unterlagen: Im Rahmen der Antragstellung muss dem Luftfahrt-Bundesamt das Bekannte-Versender-Sicherheitsprogramm mit den darin genannten Unterlagen eingereicht werden. Diese Unterlagen sowie gegebenenfalls weitere Unterlagen, die Ihre Sicherheitsmaßnahmen inhaltlich ergänzen und belegen, sollten spätestens zu diesem Termin vorliegen.

Wie kann der Status als bekannter Versender zurückgegeben werden?

Wurde das Unternehmen als bekannter Versender durch das Luftfahrt-Bundesamt behördlich zugelassen, teilt es dem Luftfahrt-Bundesamt schriftlich per Post mit, dass die Aufhebung der Zulassung angestrebt wird. Aufgrund der Mitteilung widerruft das Luftfahrt-Bundesamt die Zulassung und lässt dem Unternehmen hierüber eine Bestätigung zukommen.

Kann die Zulassung als bekannter Versender widerrufen / zurückgenommen werden?

Sollte das Luftfahrt-Bundesamt Zweifel daran haben, dass ein bekannter Versender die Anforderungen der Verordnung (EG) 300/2008 und ihrer Durchführungsbestimmungen noch erfüllt, kann der Status als bekannter Versender entzogen oder ausgesetzt werden.

Wo erhalte ich Informationen zu Luftsicherheitsschulungen?

Das Referat S 2 - Luftsicherheitsschulungen ist für Sie Ansprechpartner bei Fragen zu Luftsicherheitsschulungen bzw. Schulungsthemen.

E-Mail: luftsicherheitsschulung@lba.de (Referat S 2 - Luftsicherheitsschulungen)

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