Luftfahrt-Bundesamt

Modulsystem und weitere Festlegungen zu Schulungsinhalten

In der Bundesrepublik Deutschland werden entsprechend der Ziffer 11.2.1.3 des Anhangs der Durchführungsverordnung (EU) 2015/1998 die Schulungsinhalte und -umfänge im Modulsystem zur Durchführung von Luftsicherheitsschulungen verbindlich festgelegt. Da das Modulsystem in der Version 3.1 bereits vom 09. Mai 2016 datiert, sind zwischenzeitlich ergänzende Festlegungen getroffen worden. Alle derzeit geltenden Vorgaben für Luftsicherheitsschulungen finden Sie nachstehend.

Modulsystem zur Durchführung von Luftsicherheitsschulungen - Version 3.1

Die aktuelle Version 3.1 des Modulsystems vom 09. Mai 2016 ist für alle Luftsicherheitsschulungen zu verwenden. Hierbei ist folgendes zu beachten:

  • Die nach dem Modulsystem festgelegte Anzahl der Gesamtstunden für die jeweilige Schulung können auf der Grundlage einer adressatenorientierten Bewertung des verantwortlichen Ausbilders um bis zu 10% unterschritten werden, soweit gewährleistet wird, dass die festgelegten Schulungsinhalte erfolgreich vermittelt werden.
  • Für die Lernerfolgskontrollen und behördlichen Prüfungen (Zertifizierung und Rezertifizierung) gelten die bisherigen Vorgaben. Lernerfolgskontrollen auf der Basis der Durchführungsverordnung (EU) 2015/1998 können durch die Ausbilder beim Luftfahrt-Bundesamt mittels Unterzeichnung einer Verpflichtungserklärung für Lernerfolgskontrollen angefordert werden.
  • Computerbasierte- bzw. webbasierte Schulungsprogramme (CBT/WBT) sind vor ihrer Verwendung von der zuständigen Luftsicherheitsbehörde zu genehmigen.
  • Die Vorlagen für Schulungsbescheinigungen werden den zugelassenen Ausbildern direkt übermittelt und müssen manipulationserschwerende Merkmale enthalten.

Die Version 3.1 des Modulsystems sowie Version 3.1 des Handbuchs zum Modulsystem, jeweils Stand 9. Mai 2016, finden Sie nachfolgend zu Download:

DokumentHinweise
Modulsystem - Version 3.1XLSX-Tabelle
Handbuch Modulsystem - Version 3.1PDF

Schulungsinhalt „mit Flughafenausweis“

Mit Inkrafttreten der Durchführungsverordnung (EU) 2017/815 zur Änderung der Durchführungsverordnung (EU) 2015/1998 wurden die im Rahmen einer Schulung zu vermittelnden Kompetenzen für die Personengruppen der Ziffern 11.2.3.8 bis 11.2.3.10 des Anhangs der Durchführungsverordnung (EU) 2015/1998 erweitert.

Die Durchführungsverordnung (EU) 2015/1998 sieht seither vor, dass zur Erlangung einer Genehmigung für den unbegleiteten Zugang zu Sicherheitsbereichen (Flughafenausweis) zusätzliche Inhalte in den genannten Personengruppen geschult werden müssen. Da das Modulsystem zur Durchführung von Luftsicherheitsschulungen noch nicht an die Regelungen angepasst ist, gilt seit dem 01.04.2018 für vom Luftfahrt-Bundesamt zugelassene Ausbilder folgende Regelung:

Zur Erlangung des Flughafenausweises müssen folgende zusätzliche Inhalte des Modulsystems zur Durchführung von Luftsicherheitsschulungen geschult werden:

  • für die Ziffern 11.2.3.9 und 11.2.3.10 des Anhangs der Durchführungsverordnung (EU) 2015/1998: Spezialmodul 19
  • für die Ziffer 11.2.3.8 des Anhangs der Durchführungsverordnung (EU) 2015/1998: Verbundmodul 5 und Spezialmodul 19

Nach Vermittlung der zusätzlichen Module sind die Schulungsbescheinigungen mit dem Zusatz „mit Flughafenausweis“ zu versehen. Wurden die ergänzenden Module nicht geschult, sind die Schulungsbescheinigungen „ohne Flughafenausweis“ auszustellen.

Schulungsvorgaben „Sicherheitskultur“

Zum 31.12.2021 treten neue Schulungsvorgaben des EU-Rechts zur "Sicherheitskultur“ für alle Schulungen nach Kapitel 11.2 des Anhangs der Durchführungsverordnung (EU) 2015/1998 in Kraft. Danach sind künftig Kenntnisse von "Elementen, die zum Aufbau einer robusten und belastbaren Sicherheitskultur am Arbeitsplatz und im Luftfahrtsektor beitragen, zu denen unter anderem auch Bedrohungen durch Insider und Radikalisierung zählen", nachzuweisen.

Rechtsgrundlagen dafür bilden die Nummern 26 und 28 bis 38 des Anhangs der Durchführungsverordnung (EU) 2019/103. Das Inkrafttreten zum 31.12.2021 ergibt sich aus Artikel 2 Satz 2 der Durchführungsverordnung, geändert durch Artikel 2 der Durchführungsverordnung (EU) 2020/910.

Bei allen Erstschulungen nach Kapitel 11.2 des Anhangs der Durchführungsverordnung (EU) 2015/1998 ist der neue Lehrinhalt "Sicherheitskultur" ergänzend zu den jeweiligen Inhalten des Modulsystems zu absolvieren. Dies gilt auch für Schulungen, die in 2021 begonnen, aber erst in 2022 abgeschlossen werden, sowie für die Erstschulung von Ausbildern.

Der Schulungsumfang beträgt für die Ziffern 11.2.3.1 bis 11.2.3.10, 11.2.6 und 11.2.7 des Anhangs der Durchführungsverordnung (EU) 2015/1998 eine Unterrichtseinheit, für die Ziffern 11.2.4 und 11.2.5 des Anhangs der Durchführungsverordnung (EU) 2015/1998 drei Unterrichtseinheiten à 45 Minuten.

Die Regelungen zu den verbindlichen Fortbildungen des Personals zum Thema „Sicherheitskultur“ im Jahr 2022 sind auf den Seiten Fortbildung und Fortbildung von Kontrollpersonen veröffentlicht.

Die vorgegebenen Schulungsinhalte „Sicherheitskultur“ für Erstschulungen und Fortbildungen stehen für Sie zum Herunterladen bereit:

Schulungsinhalt "Sicherheitskultur" für die Ziffern 11.2.3.1 bis 11.2.3.10, 11.2.6 und 11.2.7 des Anhangs der Durchführungsverordnung (EU) 2015/1998
Schulungsinhalt "Sicherheitskultur" für die Ziffern 11.2.4 und 11.2.5 des Anhangs der Durchführungsverordnung (EU) 2015/1998

Ergänzende Informationen zum Thema „Sicherheitskultur“ erhalten Sie unter anderem durch die nachstehenden Dokumente:

ICAO Toolkit on Enhancing Security Culture (Englisch)
ICAO Toolkit on Enhancing Security Culture (Deutsche Übersetzung - Arbeitsversion)
ICAO Security Culture - Starter Pack (Englisch)

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