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Zulassungsverfahren

Ablauf Zulassung zum behördlich anerkannten bekannten Versender

1. Antrag auf Zulassung stellen

Wenn Sie die Zulassung zum bekannten Versender anstreben, stellen Sie bitte den Antrag schriftlich per Post, per Fax oder per E-Mail. Bitte nutzen Sie hierzu das LBA-Formblatt „Antrag auf Zulassung zum bekannten Versender“, das im Downloadbereich herunter geladen werden kann. In diesem Antrag geben Sie die luftfrachtrelevanten Betriebsstandorte Ihres Unternehmens an, die zugelassen werden sollen.

Bearbeitungshilfen und Musterdokumente
Für die Erstellung des bekannte Versender-Sicherheitsprogramms (bVSP) stellen wir Ihnen im Downloadbereich eine Mustervorlage zur Verfügung.

2. Erstellen des bVSP

Die in der Mustervorlage in schwarz gehaltenen Textpassagen sind umsetzungspflichtig. Bei den blauen Abschnitten sind unternehmensspezifische Abläufe detailliert aufzuführen. Der Kern des bVSP sind die Angaben, ab wann, wie und wo ein Produkt Ihres Hauses zu identifizierbarer Luftfracht wird. Darauf aufbauend ist genau darzustellen, welche unternehmenseigenen Prozesse angestoßen werden, um identifizierte Luftfracht vor Manipulationen, wie auch Zugriffen Unbefugter zu schützen.

Reichen Sie das bVSP mit den entsprechenden Plänen - sofern diese erforderlich sind - weiteren Nachweisen/Unterlagen (siehe unten) per E-Mail oder in Papierform beim Luftfahrt-Bundesamt ein.

2.1 Sicherheitsbeauftragten benennen

Besetzen Sie die Position des "Sicherheitsbeauftragten" innerhalb Ihres Betriebsstandortes. Der Sicherheitsbeauftragte ist verantwortlich für die Durchführung der Sicherheitskontrollen am jeweiligen Betriebsstandort und für die Überwachung ihrer Einhaltung. Dabei trägt er auch die allgemeine Verantwortung dafür, dass das bVSP und seine Durchführung allen Rechtsvorschriften entspricht. Bestellen Sie gegebenenfalls einen Stellvertreter, der die Aufgaben des Sicherheitsbeauftragten während seiner Abwesenheit wahrnimmt.

2.2 Sicherheitsbeauftragten überprüfen lassen und schulen

Der Sicherheitsbeauftragte benötigt eine Zuverlässigkeitsüberprüfung nach § 7 Luftsicherheitsgesetz. Ferner benötigt er eine Schulung nach Ziffer 11.2.5. des Anhangs der DVO (EU) 2015/1998 und, soweit er auch Sicherheitskontrollen durchführt, eine Schulung nach Ziffer 11.2.3.9. des Anhangs der DVO (EU) 2015/1998. Die Schulungen werden nicht vom LBA durchgeführt, sondern von externen Schulungsanbietern angeboten. Es ist zu beachten, dass die Schulung des Sicherheitsbeauftragten nur durch einen dafür behördlich zugelassenen Ausbilder durchgeführt werden darf.

2.3 Luftsicherheitsrelevantes Personal überprüfen lassen

Für Personal, das physischen Zugang zu identifizierbarer Luftfracht/ Luftpost hat und/ oder über dokumentarisches Wissen über identifizierbare Luftfracht/ Luftpost verfügt, ist gemäß § 7 Luftsicherheitsgesetz eine Zuverlässigkeitsüberprüfung durchzuführen.

2.4 Personal schulen, das bei Luftfracht/Luftpost Sicherheitskontrollen durchführt

Diese Personalgruppe benötigt eine Schulung nach Ziffer 11.2.3.9. des Anhangs der DVO (EU) 2015/1998.

2.5 Personal schulen, das Zugang zu identifizierbarer Luftfracht/Luftpost hat und keine Sicherheitskontrollen durchführt

Diese Personalgruppe benötigt eine Schulung nach Ziffer 11.2.7. des Anhangs der DVO (EU) 2015/1998.

Die Schulungen werden nicht vom LBA durchgeführt, sondern von externen Schulungsanbietern angeboten. Es ist zu beachten, dass die Schulung des luftsicherheitsrelevanten Personals nur durch einen dafür behördlich zugelassenen Ausbilder durchgeführt werden darf. Weiterführende Informationen zum Thema Schulungen bietet Ihnen das dafür zuständige Referat S2 - Luftsicherheitsschulungen an.

3. Identifizierbare Luftfracht

Stellen Sie fest, wo, wie und wann Produkte Ihres Unternehmens als Luftfracht identifiziert werden können und durch welche technischen, organisatorischen oder sonstigen Maßnahmen sichergestellt wird, dass nur überprüftes und geschultes Personal Zugang (d.h., informationell und/oder physisch) zu diesen Luftfrachtsendungen hat. Weitere Informationen hierzu finden Sie unter Identifizierbarkeit von Luftfracht unter Allgemeines.

4. Nachforderungen bearbeiten

Im LBA werden Ihre eingereichten Dokumente auf Vollzähligkeit und Vollständigkeit geprüft. Sollten Unterlagen fehlen oder nicht ausreichend prüffähig/aussagefähig sein, erhalten Sie eine entsprechende Nachforderung.

5. Prüfung des Betriebsstandortes vor Ort (sogenannte „Validierung“)

Sind die Nachforderungen erfüllt, werden Vertreter des LBA Ihren Betriebsstandort vor Ort prüfen. Das Ergebnis der Validierung wird dem Unternehmen im Abschlussgespräch mitgeteilt. Werden keine Beanstandungen festgestellt, wird zeitnah die Zulassung ausgesprochen. Andernfalls muss das Unternehmen zunächst die festgestellten Beanstandungen beheben, bevor die Zulassung erfolgen kann.

Die Zulassung gilt für fünf Jahre. Sie sollten darauf achten, rechtzeitig einen Antrag auf erneute Zulassung zu stellen.

6. Gebühren und Auslagen

Die Zulassung zum bekannten Versender wird gebührenpflichtig sein. Eine Gebührenverordnung befindet sich derzeit im Erlassverfahren. Das LBA kann darum derzeit keine Aussagen zur voraussichtlichen Höhe der Gebühren treffen.

Stand: 16.02.2018

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