GSB 7.1 Standardlösung

Zulassungsverfahren

Ablauf der Zulassung als bekannter Versender

1. Antrag auf Zulassung stellen

Wenn Sie die Zulassung zum bekannten Versender anstreben, stellen Sie bitte den Antrag schriftlich per Post, per Fax oder per E-Mail. Bitte nutzen Sie hierzu das LBA-Formblatt "Antrag auf Zulassung zum bekannten Versender", das im Downloadbereich zur Verfügung steht. In diesem Antrag sind die luftfrachtrelevanten Betriebsstandorte Ihres Unternehmens anzugeben, die zugelassen werden sollen.

Für die Erstellung des Bekannte-Versender-Sicherheitsprogramms (BVSP) stellen wir Ihnen im Downloadbereich eine Mustervorlage zur Verfügung.

2. Erstellen des Bekannte-Versender-Sicherheitsprogramms

Die in der Mustervorlage in schwarz gehaltenen Textpassagen sind umsetzungspflichtig. Bei den blauen Abschnitten sind unternehmensspezifische Abläufe detailliert dazustellen. In dem BVSP ist insbesondere zu beschreiben, zu welchem Zeitpunkt ein Produkt zu identifizierbarer Luftfracht/-post wird. Darauf aufbauend ist genau darzustellen, welche unternehmenseigenen Prozesse umgesetzt werden, um identifizierte Luftfracht/-post vor dem Zugriff durch unbefugte Personen sowie Manipulationen zu schützen.
Reichen Sie das BVSP mit den entsprechenden Anlagen schriftlich per Post, per FAX oder per E-Mail beim Luftfahrt-Bundesamt ein.

2.1 Sicherheitsbeauftragten benennen

Besetzen Sie die Position des "Sicherheitsbeauftragten" innerhalb Ihres Betriebsstandortes. Der Sicherheitsbeauftragte ist verantwortlich für die Durchführung der Sicherheitskontrollen am jeweiligen Betriebsstandort und für die Überwachung ihrer Einhaltung. Dabei trägt diese Person auch die allgemeine Verantwortung dafür, dass das BVSP und seine Durchführung allen Rechtsvorschriften entspricht. Bestellen Sie gegebenenfalls stellvertretende Sicherheitsbeauftragte, welche die Aufgaben während Abwesenheitszeiten wahrnehmen.

2.2 Sicherheitsbeauftragten überprüfen und schulen

Der Sicherheitsbeauftragte benötigt eine Zuverlässigkeitsüberprüfung nach § 7 Luftsicherheitsgesetz. Ferner benötigt er eine Schulung nach Ziffer 11.2.5. des Anhangs der Durchführungsverordnung (DVO) (EU) 2015/1998 und, soweit er auch Sicherheitskontrollen durchführt, eine Schulung nach Ziffer 11.2.3.9. des Anhangs der DVO (EU) 2015/1998. Die Schulungen werden nicht vom Luftfahrt-Bundesamt durchgeführt, sondern von externen Schulungsanbietern angeboten. Es ist zu beachten, dass die Schulung des Sicherheitsbeauftragten nur durch einen dafür behördlich zugelassenen Ausbilder durchgeführt werden darf.

2.3 Luftsicherheitsrelevantes Personal überprüfen

Für Personal, das physischen Zugang zu identifizierbarer Luftfracht/-post hat und/ oder über dokumentarisches Wissen über identifizierbare Luftfracht/-post verfügt, ist gemäß § 7 Luftsicherheitsgesetz eine Zuverlässigkeitsüberprüfung durchzuführen.

2.4 Luftsicherheitsrelevantes Personal schulen, das bei Luftfracht/-post Sicherheitskontrollen durchführt

Für Personal, das Sicherheitskontrollen durchführt, ist eine Schulung nach Ziffer 11.2.3.9. des Anhangs der DVO (EU) 2015/1998 erforderlich.

2.5 Luftsicherheitsrelevantes Personal schulen, das Zugang zu identifizierbarer Luftfracht/-post hat und keine Sicherheitskontrollen durchführt

Für Personal, das Zugang zu identifizierbarer Luftfracht/-post hat und keine Sicherheitskontrollen durchführt, ist eine Schulung nach Ziffer 11.2.7. des Anhangs der DVO--Durchführungsverordnung (EU) 2015/1998 erforderlich.
Die o. g. Schulungen werden nicht vom Luftfahrt-Bundesamt durchgeführt, sondern von externen Schulungsanbietern angeboten. Es ist zu beachten, dass die Schulung des luftsicherheitsrelevanten Personals nur durch einen dafür behördlich zugelassenen Ausbilder durchgeführt werden darf.


Weiterführende Informationen zum Thema Schulungen erhalten Sie durch das zuständige Referat S 2 - Luftsicherheitsschulungen.

3. Identifizierbare Luftfracht/-post

Stellen Sie fest, wo, wie und wann Produkte Ihres Unternehmens als Luftfracht/-post identifiziert werden können und durch welche technischen, organisatorischen oder sonstigen Maßnahmen sichergestellt wird, dass nur überprüftes und geschultes Personal Zugang (d.h., informationell und/oder physisch) zu diesen Luftfracht/-postsendungen hat. Weitere Informationen hierzu finden Sie unter dem Stichwort "Identifizierbarkeit von Luftfracht/-post" in der Rubrik Allgemeines.

4. Nachforderungen bearbeiten

Das Luftfahrt-Bundesamt prüft Ihre eingereichten Dokumente auf Vollzähligkeit und Vollständigkeit. Sollten Unterlagen fehlen oder nicht prüffähig sein, erhalten Sie eine entsprechende Nachforderung.

5. Prüfung des Betriebsstandortes vor Ort (sogenannte „Validierung“)

Sind die Nachforderungen erfüllt, werden Beschäftigte des Luftfahrt-Bundesamtes Ihren Betriebsstandort vor Ort prüfen. Das Ergebnis dieser Validierung wird dem Unternehmen im Abschlussgespräch mitgeteilt. Kommt es zu keinen Beanstandungen, wird zeitnah die Zulassung als bekannter Versender erteilt. Andernfalls muss das Unternehmen zunächst die festgestellten Beanstandungen beheben, bevor eine Zulassung erteilt werden kann.
Die Zulassung als bekannter Versender gilt für längstens fünf Jahre. Um eine rechtzeitige Verlängerung der Zulassung zu gewährleisten, sollten Sie mindestens vier Monate vor Ablauf einen Antrag auf Verlängerung der Zulassung stellen.

6. Gebühren und Auslagen

Die Zulassung zum bekannten Versender wird zukünftig gebührenpflichtig sein. Eine Gebührenverordnung befindet sich derzeit im Erlassverfahren. Das Luftfahrt-Bundesamt kann derzeit keine Aussagen zur voraussichtlichen Höhe der Gebühren treffen.

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