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Fragen zu anerkannten Stellen

Welche Räumlichkeiten dürfen für Prüfungen genutzt werden?

Grundsätzlich dürfen nur Räumlichkeiten zu Prüfungszwecken genutzt werden, die als Betriebsstätte vom LBA genehmigt wurden.

Müssen auch Räumlichkeiten, welche einmalig oder für einen begrenzten Zeitraum genutzt werden, vom LBA genehmigt werden?

Bei temporär genutzten Prüfungsräumen besteht die Möglichkeit, ein Verfahren im Handbuch der anerkannten Stelle zu beschreiben, welches die Nutzung dieser Räumlichkeiten regelt. Näheres hierzu entnehmen Sie dem Informationsblatt.

Können mehrere Personen als „verantwortliche Leiter“ der anerkannten Stelle im Antrag benannt werden (z.B. zwei gleichberechtigte Geschäftsführer)?

Es kann nur einen Antragsteller geben, es dürfen also nicht zwei oder mehr natürliche Personen als „verantwortliche Leiter“ benannt werden. Entweder stellen Sie und Ihr Geschäftspartner jeweils eigene Anträge oder Sie müssen sich entscheiden, wer der verantwortliche Betriebsführer ist. Dieser stellt dann auch den Antrag. Im Handbuch kann der andere dann ggf. als Vertreter benannt werden.

In welcher Form sind die Unterlagen einzureichen?

Der Antrag muss immer schriftlich gestellt werden. Die übrigen Unterlagen sind in einem Handbuch zusammenzufassen. Das Handbuch inkl. Fragenkatalog sollte nach Möglichkeit in digitalisierter Form eingereicht werden.

Wie sollen Handbuch und Fragenkatalog aufgebaut sein?

Der Aufbau ist grundsätzlich Ihnen selbst überlassen. Es beschleunigt die Prüfung, wenn das Handbuch in Anlehnung an die veröffentlichte Prüfliste und das Merkblatt aufgebaut wird. Der Fragenkatalog sollte (dem Syllabus entsprechend) durchnummeriert und mit den entsprechenden Überschriften versehen sein.

Wie kann die Qualifikation der Prüfer nachgewiesen werden?

Die Qualifikation der Prüfer gilt als nachgewiesen, wenn im Handbuch ein Verfahren beschrieben wird, nach dem die Einweisung aller Prüfer in die Prüfungs- und Bewertungsverfahren vorgenommen wird. (Wenn die anerkannte Stelle aus nur einer Person besteht, die einziger Prüfer ist, kann dies jedoch entfallen.)

Muss bei der Skizzierung der Prüfungsräumlichkeiten auch die Bestuhlung aufgezeichnet werden?

Ja, es muss eine Skizze des Prüfungsraumes mit Bestuhlung im Handbuch enthalten sein. Bei dieser beachten Sie bitte, dass die Bewerber nur dann an einem Tisch sitzen dürfen, wenn garantiert ist, dass Nachbarn unterschiedliche Fragebögen haben. Die Bewerber dürfen sich in keinem Fall gegenüber sitzen, egal, ob unterschiedliche Fragebögen vorhanden sind.

Ist es möglich, die einzelnen Prüfungsfragebögen vor jeder Prüfung nach dem Zufallsprinzip aus dem Gesamtfragenkatalog zusammenzustellen?

Ja, die Prüfungsbögen dürfen nach dem Zufallsprinzip zusammengestellt werden. Es muss dabei aber sichergestellt werden, dass sie in ihrer Zusammensetzung immer dem veröffentlichten Syllabus entsprechen.

Gibt es eine Vorgabe zur Dauer der Prüfung?

Nein, die Dauer der Prüfung kann jede anerkannte Stelle in ihrem Handbuch selber festlegen.

Wie viele Punkte dürfen pro richtig beantwortete Frage vergeben werden?

Pro richtig beantworteter Frage darf nur ein Punkt vergeben werden, bei einer falsch beantworteten Frage gibt es keinen Punkt. Es muss im Handbuch auch immer dargestellt werden, wann eine Frage als korrekt beantwortet gilt (z.B. müssen bei mehreren richtigen Antwortmöglichkeiten auch alle ausgewählt werden).

Dürfen elektronische Geräte zum Ausfüllen der Fragebögen genutzt werden?

Ja, das ist möglich. Es muss dann aber im Handbuch beschrieben sein, welche Geräte verwendet werden und wie sichergestellt wird, dass beispielsweise nicht das Internet genutzt wird oder das Gerät auf sonstige Weise für einen Täuschungsversuch genutzt werden kann.

Müssen im Handbuch Standardisierungsmaßnahmen für Prüfpersonal beschrieben werden, wenn die Prüfungen ausschließlich vom Antragsteller selbst durchgeführt werden?

Nein, Maßnahmen zur Standardisierung der Lehrer und Prüfer können entfallen, solange die anerkannte Stelle nur aus einer Person besteht.

Reicht es aus, die in § 21d (3) LuftVO genannten Nachweise nur auf Sicht zu kontrollieren?

Nein. Alle in §21d (3) LuftVO genannten Nachweise müssen einzelfallbezogen geprüft werden. Die erfolgte Prüfung ist nachweislich zu dokumentieren. Das Verfahren ist im Handbuch zu beschreiben.

Muss im Handbuch beschrieben sein, wo die Unterlagen archiviert werden?

Ja, im Handbuch muss der Archivierungsort genau festgelegt werden. Sofern sich der Archivierungsort an anderer Stelle befindet als der Prüfungsraum und die Unterlagen nicht spätestens am Tag nach der Prüfung ins Archiv gebracht oder digitalisiert werden, muss außerdem beschrieben werden, wie sichergestellt wird, dass die Unterlagen jederzeit eingesehen werden können. (Es muss zu jeder Zeit genau festgelegt sein, wo sich die Unterlagen gerade befinden.)

Muss eine Änderung des Handbuchs erfolgen, sobald neues Personal eingestellt werden soll?

Ja, da das gesamte Personal namentlich benannt sein muss. Sofern nachträglich noch Personal hinzukommt, muss dies an entsprechender Stelle im Handbuch geändert und dann noch einmal zur Genehmigung vorgelegt werden. Dies gilt auch bei allen anderen Änderungen, die Inhalte des Handbuches betreffen. Zudem ergänzen Sie in diesem Fall die Liste des qualifizierten Personals.

Wie ist bei Bewerbern mit Einträgen im Führungszeugnis zu verfahren?

Sofern Einträge im Führungszeugnis bzw. laufende Ermittlungs- oder Strafverfahren vorhanden sind, entscheiden Sie als anerkannte Stelle eigenverantwortlich, ob derjenige aufgrund dessen von der Prüfung ausgeschlossen wird oder nicht. Geben Sie in Ihrem Handbuch an, wer für diese Entscheidung zuständig ist.

Dürfen den Bewerbern die Prüfungsfragen vor der Prüfung gezeigt oder in sonstiger Weise veröffentlicht werden?

Nein, es ist nicht zulässig den Bewerbern vor Ablegen der Prüfung Einsicht in die vorhandenen Fragebögen zu geben oder diese sogar auszuhändigen. Dies ist auch im Rahmen von angebotenen Schulungen nicht zulässig.

Darf den Bewerbern nach der Prüfung Einsicht in die korrigierten Antworten gegeben werden?

Ja, es ist zulässig den Bewerbern nach Ablegen der Prüfung eine Einsicht in die korrigierten Antworten zu geben. Dies gilt auch, wenn sie durchgefallen sind und die Prüfung noch einmal wiederholen wollen. Es ist aber sicherzustellen, dass sie bei der Wiederholung der Prüfung nicht den gleichen Fragebogen erhalten.

Die Bewerber müssen mindestens 75 % der Gesamtpunkte je Fach erreichen, um die Prüfung zu bestehen. Wird bei der Berechnung der mindestens richtig zu beantwortenden Fragen auf- oder abgerundet?

Es wird immer aufgerundet. Wenn beispielsweise im Fach Luftrecht 23 Fragen im Prüfungsbogen vorhanden sind, entsprechen 75% einem Wert von 17,25. Bei 17 Punkten sind die geforderten 75% damit noch nicht erreicht. Es müssen also mindestens 18 Fragen richtig beantwortet werden.

Darf den Bewerbern die Möglichkeit gegeben werden, die Prüfung zu wiederholen?

Ja, wenn jemand durch die Prüfung fällt, dürfen Sie ihm die Möglichkeit einräumen, die Prüfung zu wiederholen. Ob überhaupt, wann und wie oft bleibt Ihnen überlassen. Es ist allerdings immer die gesamte Prüfung zu wiederholen, nicht nur das Fach, in dem der Bewerber durchgefallen ist.

Dürfen auch Bewerber die Prüfung wiederholen, die einen Täuschungsversuch begangen haben? Wenn ja, wer entscheidet darüber?

Ja, es ist zulässig, Bewerber die Prüfung wiederholen zu lassen, die einen Täuschungsversuch begangen haben. Die Entscheidung darüber obliegt Ihnen als anerkannte Stelle.

Müssen Täuschungsversuche dem Luftfahrt-Bundesamt gemeldet werden?

Nein. Täuschungsversuche müssen zwar dokumentiert werden und die Dokumentation muss jederzeit einsehbar sein, die Täuschungsversuche müssen aber nicht gemeldet werden.

Darf auf den Bescheinigungen (Kenntnisnachweis) ein Logo aufgedruckt oder der Vordruck in sonstiger Weise geändert werden?

Nein, der in der NfL 2-347-17 veröffentlichte Vordruck muss exakt eingehalten werden. Es dürfen weder Logos aufgedruckt noch die Größe verändert oder der Vordruck in sonstiger Weise verändert werden.

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