Navigation und Service

Aschewolke: Ihre Rechte als Fluggast

Bereits 2010 stellte die Europäische Kommission klar, dass trotz der Ausnahmesituation aufgrund einer Aschewolke und gegebenenfalls einhergehenden Luftraumsperrungen in Europa die europäischen Fluggastrechte gelten.

Passagieren, die einen Flug im Gebiet der Europäischen Union antreten oder die einen Flug zu einen EU-Mitgliedstaat, der durch ein europäisches Luftfahrtunternehmen durchgeführt wird, in einem Drittstaat antreten, werden durch die Verordnung (EG) Nr. 261/2004 Mindestrechte im Fall von Flugannullierung, Nichtbeförderung und großer Verspätung eingeräumt. Die Verpflichtung obliegt dabei stets dem ausführenden Luftfahrtunternehmen.

In den genannten Fällen hat der Fluggast die Möglichkeit, zwischen der vollständigen Erstattung der Flugscheinkosten (im Fall der Verspätung nur, wenn diese mehr als 5 Stunden beträgt) und einer anderweitigen Beförderung (nur bei Annullierung und Nichtbeförderung) zu wählen. Ferner obliegt es den Luftfahrtunternehmen, ihre Fluggäste entsprechend der Wartezeit zu betreuen. Dies schließt eventuelle angemessene Übernachtungskosten ausdrücklich mit ein. Eine zeitliche Begrenzung der Betreuungsverpflichtung existiert nicht. Die Betreuungsleistungen entfallen in den Fällen, in denen sich der Fluggast mit der vollständigen Rückerstattung seiner Flugscheinkosten einverstanden erklärt hat.

Eine Pflicht zur Zahlung von Ausgleichsleistungen besteht nicht, da die Aschewolke als außergewöhnlicher Umstand im Sinn der Fluggastrechteverordnung anzuerkennen ist.

Verauslagte Kosten können Fluggäste nur gegenüber dem ausführenden Luftfahrtunternehmen geltend machen. Es handelt sich hierbei um zivilrechtliche Ansprüche, deren Durchsetzung ausschließlich im Verhältnis zwischen Fluggast und ausführendem Luftfahrtunternehmen, erforderlichenfalls im Wege eines Mahn- oder Klageverfahrens, erfolgen kann. Sollte keine einvernehmliche Lösung zustande kommen, kann auch die Einschaltung eines Rechtsbeistandes oder einer Verbraucherschutzorganisation erwogen werden. Das Luftfahrt-Bundesamt hat bezüglich der Durchsetzung zivilrechtlicher Ansprüche keinerlei Kompetenzen.

Fluggäste können einen Verstoß gegen die Bestimmungen der Verordnung (EG) Nr. 261/2004 beim Luftfahrt-Bundesamt anzeigen. Das Luftfahrt-Bundesamt wird als deutsche Durchsetzungs- und Beschwerdestelle nach der Verordnung (EG) Nr. 261/2004 im Sinne einer gewerberechtlichen Aufsicht tätig. Das bedeutet, das Luftfahrt-Bundesamt wird den angezeigten Sachverhalt prüfen und gegebenenfalls insbesondere Geldbußen nach Ordnungswidrigkeitenrecht gegen Luftfahrtunternehmen verhängen. Somit soll verhindert werden, dass sich zukünftig Verstöße wiederholen. Ein entsprechendes Anzeigeformular finden Sie hier.

Stand: 23.05.2011

Zusatzinformationen

Kontakt

Ansprechpartner:
Bürger-Service-Center

Anschrift:
Luftfahrt-Bundesamt
Bürger-Service-Center
38144 Braunschweig

Telefonische Sprechzeiten:
Montag bis Donnerstag, 10:00 bis 13:00 Uhr

Telefon: +49 531 2355 115
Fax: +49 531 2355 1197
E-Mail: fluggastrechte@lba.de

Mehr: Kontakt …

Diese Seite

© 2014 Luftfahrt-Bundesamt - Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI)