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Häufig gestellte Fragen zur Erfassung der Strahlendosis beim fliegenden Personal

1. Ab wann gelten die Regelungen der Strahlenschutzverordnung?

Die Meldepflicht gemäß § 103 Abs.1 StrschV für die aufgenommene effektive Dosis gilt ab 1.8.2003.

Die Mitteilungspflicht gemäß § 104 StrschV über die Person, die die Aufgaben gemäß Strahlenschutzverordnung im Unternehmen wahrnimmt, besteht seit 1.8.2001. Die genannte Person muss für das Unternehmen vertretungsberechtigt sein (Geschäftsführer oder Prokurist, je nach Gesellschaftsvertrag).

Die Pflicht zur Unterrichtung der Mitarbeiter über den Strahlenschutz gemäß § 103 Abs.6 StrschV beginnt am 1.8.2003.

2. Wer ist im Sinne der Strahlenschutzverordnung "Verpflichteter"?

Verpflichtet ist, wer gewerblich oder im Rahmen eines wirtschaftlichen Unternehmens Luftfahrzeuge, die in der deutschen Luftfahrzeugrolle eingetragen sind, betreibt oder ausländisch registrierte Luftfahrzeuge betreibt und Personal gemäß deutschem Arbeitsrecht beschäftigt

und

die Möglichkeit besteht, dass das Personal eine effektive Dosis durch kosmische Strahlung erhält, die 1 Millisievert im Kalenderjahr überschreiten kann.

3. Wie kann der Verpflichtete feststellen, ob sein Personal im Verlaufe eines Jahres die effektive Dosis von 1 Millisievert erreichen kann?

Auf der Homepage des LBA (www.lba.de) sind unter "Betrieb", "Flugbetrieb", "Strahlenschutz" in dem Rundschreiben "Strahlenexposition des fliegenden Personals" vier Kriterien angegeben, nach denen eine Abschätzung der jährlichen Exposition vorgenommen werden kann.

4. Was hat der Verpflichtete an das LBA zu melden?

Zu melden sind die ermittelte effektive Dosis (kumulierte Dosiswerte für jeden Kalendermonat) für jede Person, für die im Jahre der Schwellwert von 1 Millisievert erreicht werden kann, Angaben über registrierte Strahlenpässe, Personendaten (Familienname, Vornamen, Geburtsdatum und -ort, Geschlecht, Beschäftigungsmerkmale), Angaben über die Person, die die Aufgaben gemäß Strahlenschutzverordnung im Unternehmen wahrnimmt (siehe Frage 1).

5. Wie sind diese Meldungen abzugeben?

Meldungen von Personendaten und Dosiswerten sind über eine Internetverbindung an das LBA zu übermitteln (Dokumentation hierzu downloadbar im SFP-Portal).

Meldungen über vorhandene Strahlenpässe und die Meldung über die Person, die die Aufgaben gemäß Strahlenschutzverordnung wahrnimmt, sind schriftlich an die Adresse


Luftfahrt-Bundesamt
Referat T3
Herrn Weiler
D-38144 Braunschweig

E-Mail: dominic.weiler@lba.de

zu senden.

6. Wie ermittelt der Verpflichtete die Dosis für sein Personal auf Flügen, auf denen das Personal lediglich transportiert wird?

Bei Transport mit der eigenen Gesellschaft erfolgt die Dosisermittlung nach dem Standardverfahren der Gesellschaft.

Bei Transport mit fremden Gesellschaften ergibt sich die Dosis aus

(Blockzeit - 20 Minuten) x 5 µSv/h bei Transport mit Jets

oder

(Blockzeit - 20 Minuten) x 2 µSv/h bei Transport mit Turboprops

7. Wer muß sein Personal einmal im Kalenderjahr gemäß § 103 StrSchV unterrichten?

Nur wer Verpflichteter ist (siehe Frage 2).

8. Wie darf diese Unterrichtung erfolgen?

Sofern über alle in der Strahlenschutzverordnung vorgegebenen Inhalte unterrichtet wird, sind die Methoden der Unterrichtung weitgehend dem Verpflichteten überlassen. Zulässig sind der Unterricht durch entsprechend vorgebildete Personen, durch Medien (beispielsweise Computerdateien oder Videoaufzeichnungen) unterstützter Unterricht, Übergabe schriftlicher Informationen an die Mitarbeiter zum Selbststudium. In jedem Falle ist die Unterrichtung vom Mitarbeiter schriftlich zu bestätigen und diese Bestätigungen sind einschließlich einer Dokumentation, die Aufschluss über den Umfang der Unterrichtung gestattet, mindestens 5 Jahre aufzubewahren.

9. Welche Daten hat der Verpflichtete über welchen Zeitraum zu speichern?

Die einzelnen Dosiswerte sind für jeden Flug und für jede Person für ein Jahr zu speichern.

Die kumulierten Monatsdosiswerte sind für jede überwachte Person bis zur Vollendung von deren 75. Lebensjahr zu speichern, mindestens aber für die Dauer von 30 Jahre nach Beendigung der Beschäftigung. Spätestens 95 Jahre nach Geburt der überwachten Person sind die Angaben zu löschen. Aufzeichnungen über die Unterrichtung des Personals - siehe Frage 8.

10. Welche Angaben dürfen zur Dosisberechnung benutzt werden?

Es dürfen die Planungsdaten aus den Operational Flight Plans benutzt werden. Für Flüge innerhalb Europas kann die Großkreisentfernung zwischen den Flughafenbezugspunkten des Abflug- und Bestimmungsflughafens verwendet werden. Die im OFP errechnete Flugzeit und die dort geplante Flughöhe dürfen benutzt werden.

Für Langstreckenflüge darf der Abstand zwischen den für die Dosisberechnung benutzten Punkten (Flughafenbezugspunkte bzw. Wegpunkte) nicht größer als 750 nm sein. Sollten zwischen den zur Dosisermittlung benutzten Wegpunkten Höhenänderungen geplant sein, so ist die größte geplante Höhe für die Dosisermittlung zu benutzen.

Die nach dem Fluge vorhandenen korrigierten Daten, die gegenüber den Plandaten den tatsächlichen Flugablauf widerspiegeln, können ebenfalls für die Dosisberechnung Verwendung finden.

11. Wie sind Personen zu behandeln, von denen bekannt ist, dass sie in mehreren Unternehmen arbeiten?

Der Verpflichtete hat lediglich auf die Einhaltung der in seinem Verantwortungsbereich liegenden Erfordernisse zu achten. Wenn diese Mitarbeiter Gefahr laufen, in seinem Unternehmen den Wert von 1 Millisievert zu erreichen, ist das übliche Meldeverfahren anzuwenden. Die Überwachung der aus der Tätigkeit in mehreren Unternehmen resultierenden gesamten Dosis geschieht im LBA und im Strahlenschutzregister.

12. Wie sind Personen zu behandeln, die in einem früheren Arbeitsverhältnis eine Strahlendosis erhalten haben?

Der Verpflichtete hat lediglich auf die Einhaltung der in seinem Verantwortungsbereich liegenden Erfordernisse zu achten. Bei einer früheren Beschäftigung als fliegendes Personal liegen für die Person eine Personenkennzahl und die dazugehörigen Dosismeldungen vor. Bei einer in einem anderen Beruf erhaltenen Strahlenbelastung liegen Informationen über den Strahlenpass und die entsprechenden Dosismeldungen beim Strahlenschutzregister vor. Die Überwachung des Erreichens von Schwell- oder Grenzwerten liegt in solchen Fällen beim Luftfahrt-Bundesamt und beim Strahlenschutzregister.

13. Was muss in das Dosisberechnungsprogramm eingegeben werden, wenn der Start- oder Bestimmungsflughafen weder einen IATA- noch einen ICAO-Code besitzt?

a) Für die Berechnung darf der nächstgelegene Flugplatz benutzt werden, für den ein Code zur Verfügung steht oder

b) es ist kein Code anzugeben. In diesem Falle muss im Dosisberechnungsprogramm die Prüfung auf Übereinstimmung von Code und Koordinaten entfallen.

14. Wie wird die Dosis im Berechnungsprogramm gezählt, wenn der Flug die Monatsgrenze überschreitet?

Die ermittelte Dosis wird für den Monat gezählt, in dem die Startzeit liegt.

15. Wie ist beim Wechsel des Arbeitsplatzes zu verfahren, wenn bereits ein Personenkennzeichen vom LBA erteilt wurde?

Dem Verpflichteten wird dringend empfohlen, dem Personal das vom LBA zugeteilte, lebenslang gültige Personenkennzeichen schriftlich mitzuteilen. Das Personal soll dann bei einem Arbeitsplatzwechsel dem neuen Arbeitgeber diese Information übergeben. Somit können Fehler bei einer (unnötigen) weiteren Anmeldung der Person vermieden werden. Fehler bei der Personenanmeldung (z.B. falsche Schreibweise der Namen) können zur Folge haben, dass für eine Person zwei (oder mehr) Personenkennzeichen erzeugt werden und die Dosismeldungen der betroffenen Person auf zwei (oder mehr) "Konten" verteilt werden. Dies würde eine unzulässige Verfälschung der Berufslebensdosis bedeuten.

Daher ändert das LBA seine Anmelderichtlinien leicht ab:

Nimmt der neue Arbeitgeber für eine Person, für die das LBA schon ein Personenkennzeichen erzeugt hat, eine erneute Personenanmeldung vor, so wird ihm nicht mehr (wie bisher) das bereits existierende Personenkennzeichen zurückgemeldet. Stattdessen wird vom System der Hinweis ausgegeben, dass die Person bereits ein Personenkennzeichen besitzt und das Personenkennzeichen vom neuen Mitarbeiter zu erfragen ist. Der neue Arbeitgeber muss seinen Mitarbeiter daher um die Mitteilung des bereits erteilten Personenkennzeichens bitten und kann mit diesem Personenkennzeichen künftig die Dosismeldungen durchführen.

Stand: 01.02.2016

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