Navigation und Service

Information zu von der EASA zurückgezogenen alten deutschen Gerätezulassungen

Die folgenden Betrachtungen befassen sich mit Geräten, die als Ausrüstung in Luftfahrzeugen verwendet werden können („Parts and Appliances“). Nicht gemeint sind Luftfahrzeuge selber oder Triebwerke.

Im Laufe der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland wurden vom LBA in verschiedenen regulativen Systemen Gerätezulassungen erteilt, zuletzt in Form von JTSO Berechtigungen. Seit 28.09.2003 ist die EASA in Köln hierfür zuständig. Alle bis dahin in der EU auf nationaler Ebene erteilten Gerätezulassungen wurden in die Verantwortung der EASA überführt. Genaueres hierzu steht in der EU Verordnung 748/2012, Artikel 6 (1).

Inzwischen hat die EASA einige dieser Zulassungen – in der Regel auf Wunsch der Zulassungshalter – zurückgezogen. Dies hat sie auf ihrer Website als EASA Certification Information veröffentlicht. Dort werden auch in Zukunft Informationen über zurückgezogene Zulassungen veröffentlicht.

Entsprechende Einträge in den bestehenden LBA Zulassungslisten werden nicht erscheinen. Daher sollten im Zweifel die oben verlinkten Informationen der EASA ausgewertet werden.

Das Zurückziehen der Gerätezulassung hat keinerlei Auswirkung auf den Umgang mit bereits vorhandenen Geräten. Es dürfen lediglich keine neuen hergestellt werden.

Bereits installierte Geräte müssen nach dem Zurückziehen der Gerätezulassung nicht ausgebaut werden. Lagernde Geräte, an denen eine gültige Form 1 hängt, können auch noch für Neueinrüstungen verwendet werden. Wenn ein Gerät einen Defekt aufweist, kann es durch einen hierfür zugelassenen Betrieb, meist mit Hilfe der im Rahmen der alten Gerätezulassung erstellten Unterlagen, repariert werden. Nach der Reparatur erhält es eine neue Form 1 und darf wieder eingebaut werden.

Allerdings entsteht ein Problem, wenn aufgrund unsicherer Zustände Designänderungen der Geräte nötig würden. Dann gibt es niemanden mehr, der diese Änderungen durchführen kann und darf. In solchen extremen Fällen hilft dann nur noch die von EASA per LTA/AD angeordnete Ausmusterung der betroffenen Geräte. Ein weiteres Problem entsteht, wenn eine Reparatur nicht mehr durchführbar ist, weil geeignete Werkzeuge und/oder Ersatzteile nicht mehr beschaffbar sind. Dann ist das Gerät unreparierbar, weil es niemanden gibt, der ein ggf. theoretisch mögliches Obsoleszenz-Redesign durchführen kann und darf.

Bitte beachten Sie außerdem folgendes: Die EU Verordnung 216/2008 benennt in Artikel 4 (4) „Annex II - Aircraft“ die in nationaler Verantwortung verbleiben. Allerdings erwähnt diese Verordnung keine „Annex II - Geräte“. Daher gilt für Geräte, für die die EASA die Zulassung zurückgezogen hat: Eine fortgesetzte Herstellung unter der alten deutschen Zulassung ist selbst mit der Beschränkung auf die nationale Ebene, nicht möglich. (Ausnahme: Geräte in „State -Aircraft“, siehe Artikel 1 (2)).

Stand: 16.06.2015

Diese Seite

© 2014 Luftfahrt-Bundesamt - Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI)