Navigation und Service

Häufig gestellte Fragen zu ACAM

Was ist ACAM?

Aircraft Continuing Airworthiness Monitoring (ACAM) ist im Teil M als Anhang I der Verordnung (EG) Nr. 1321/2014 verankert. Hierin werden alle nationalen Luftfahrtbehörden in der EU verpflichtet, den Lufttüchtigkeitsstatus der in den nationalen Luftfahrzeugrollen eingetragenen Luftfahrzeuge zu überwachen. Verordnung (EG) Nr. 1321/2014, M.B.303)

Dies erfolgt anhand von ACAM-Lufttüchtigkeitsüberprüfungen.

Die Ergebnisse der Überprüfungen werden ausgewertet, um sicherheitskritische Trends und Entwicklungen zu erkennen. Im Falle von Vorkommnishäufigkeiten werden behördenintern Gegenmaßnahmen ergriffen, wie beispielsweise das Herausgeben einer LTA bei festgestellten Mängeln an Luftfahrzeugmustern.

Falls bei der Überprüfung Beanstandungen festgestellt werden, sind diese durch den Halter/Betreiber des Luftfahrzeuges fristgerecht zu beheben.

Die Behebungsmaßnahmen müssen mit dem LBA-Inspektor abgesprochen werden.

Das LBA möchte mit ACAM eine Erhöhung der Sicherheit in der Luftfahrt erreichen.

Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstützung bei der Durchführung der Überprüfungen und Abarbeitung der Beanstandungen ist im Sinne der Luftfahrt förderlich.

Welche Luftfahrzeuge können durch ACAM überprüft werden?

Es können Luftfahrzeuge (Flugzeuge, Hubschrauber, Segelflugzeuge, Motorsegler, Ballone und Luftschiffe), die unter den Geltungsbereich der Verordnung (EG) Nr. 216/2008 fallen, überprüft werden. Luftfahrzeuge nach Anhang II der Verordnung (EG) Nr. 216/2008 (z. B. ultraleichte Luftfahrzeuge) werden durch ACAM nicht überprüft.

Sind nur privat betriebene Luftfahrzeuge betroffen?

Nein. ACAM überprüft auch die kommerziell (z. B. in einer Airline) betriebenen Luftfahrzeuge. Es gibt keinen Unterschied beim Ablauf eines Surveys.

Kann ich eine ACAM-Lufttüchtigkeitsüberprüfung ablehnen?

Nein. Gemäß M.A.201 (j) ist der Eigentümer / Betreiber dazu verpflichtet, den LBA-Inspektoren Zugang zum Luftfahrzeug (und dessen Dokumentation gemäß M.A.305 f) zu gewähren.

Wie werden ACAM-Lufttüchtigkeitsüberprüfungen durchgeführt?

Es werden Lufttüchtigkeitsüberprüfungen in Form von

  • Ramp Surveys: Begutachtung der Luftfahrzeuge kurz vor bzw. kurz nach dem Betrieb (z. B. auf Flugplätzen),
    oder durch
  • In-Depth Surveys: Begutachtung der Luftfahrzeuge nach vorheriger Terminabsprache (auch während Stand- bzw. Liegezeiten möglich)

durchgeführt.

Dabei handelt es sich nicht um eine vollwertige Lufttüchtigkeitsüberprüfung, sondern es wird lediglich stichprobenhaft die Lufttüchtigkeit des Luftfahrzeuges überprüft. Der Umfang einer ACAM-Lufttüchtigkeitsüberprüfung liegt im Ermessen des LBA-Inspektors.

In der Regel werden Ramp Surveys unangemeldet durchgeführt. Hierbei werden Luftfahrzeuge ausgewählt, die sich zufällig auf dem ausgewählten Flugplatz befinden. Ein Ramp Survey wird mit ca. 30 min veranschlagt, kann in begründeten Fällen aber auch länger dauern. Der Ramp-Check beinhaltet hauptsächlich die stichprobenhafte Untersuchung des technischen Zustandes des Luftfahrzeugs und die Überprüfung der Dokumente, die während des Betriebes an Bord mitgeführt werden müssen. Auszüge aus der L-Akte des Luftfahrzeugs werden bei Ramp-Checks nicht geprüft, da die L-Akte nicht beim Betrieb des Luftfahrzeugs mitgeführt wird.

In-Depth Surveys sind wesentlich umfangreichere Überprüfungen, bei denen neben dem Luftfahrzeug auch die Luftfahrzeugdokumentation überprüft wird. Im Gegensatz zu Ramp Surveys finden diese Überprüfungen angemeldet unter Terminabsprache mit dem Halter statt. Das Survey unterteilt sich in die stichprobenhafte Prüfung der Luftfahrzeugdokumente (L-Akte) und die Untersuchung des Luftfahrzeugs selbst. Abhängig von der Größe des Luftfahrzeugs dauert das Survey ein bis zwei Tage, wobei das Luftfahrzeug nicht länger als einen Tag zur Verfügung stehen muss.

Wie kann ich mich auf eine ACAM-Überprüfung vorbereiten?

Da Ramp Surveys unangemeldet stattfinden, ist hier keine Vorbereitung notwendig.

Bei In-Depth Surveys muss das Luftfahrzeug und die Luftfahrzeugdokumentation zum vereinbarten Termin zur Verfügung stehen. Änderungen sollten rechtzeitig mit dem ACAM Team abgesprochen werden.

Das Luftfahrzeug sollte in einem sauberen Zustand präsentiert werden.

Es ist im beiderseitigen Interesse, dass ein Ansprechpartner, der mit dem Luftfahrzeug und der Dokumentation vertraut ist, die Überprüfung begleiten sollte. So lassen sich Fragen schnell und einfach vor Ort klären. Weiterhin ist eine Person erforderlich, die berechtigt ist, die Luftfahrzeugsysteme zu bedienen, Abdeckungen zu öffnen und zu schließen und ggf. ein ‚Release to Service’ zu geben.

Es liegt im Ermessen des Eigentümers / Betreibers, einen Techniker bereit zu stellen, der sich vor Ort um identifizierte Mängel kümmern kann. Seitens ACAM ist der Eigentümer / Betreiber aber nicht dazu verpflichtet. Kosten für das technische Personal werden durch das LBA nicht übernommen.

Wie muß ich mit festgestellten Mängeln umgehen?

Während der Überprüfung wird ein Protokoll erstellt, in dem alle vorgefundenen Beanstandungen aufgelistet werden. Die Beanstandungen werden durch den LBA-Inspektor entsprechend ihres Risikos in Stufe 1 oder 2 klassifiziert.


Weiteres Vorgehen bei Beanstandungen

Falls im Protokoll Beanstandungen aufgeführt werden, müssen diese innerhalb der angegebenen Frist behoben werden. Die Verantwortung liegt hierfür beim Luftfahrzeughalter.

Beanstandungen der Stufe 1

Beanstandungen der Stufe 1 müssen vor dem nächsten Flug behoben werden. Bis zur Behebung wird ggf. die Bescheinigung über die Prüfung der Lufttüchtigkeit ausgesetzt. Wird die Beanstandung nicht innerhalb einer vorab festgelegten Frist behoben und wurde mit dem zuständigen LBA-Inspektor keine Fristverlängerung abgesprochen, wird das Luftfahrt-Bundesamt die Bescheinigung über die Prüfung der Lufttüchtigkeit (ARC) widerrufen. Durch Sofortmaßnahmen kann eine Beanstandung der Stufe 1 in Stufe 2 umgewandelt oder sofort geschlossen werden. Sobald alle Beanstandungen der Stufe 1 erfolgreich behoben wurden, wird die eventuelle Aussetzung der Bescheinigung über die Prüfung der Lufttüchtigkeit aufgehoben.

Beanstandungen der Stufe 2

Beanstandungen der Stufe 2 müssen innerhalb der im Protokoll festgesetzten Frist behoben werden, falls keine Frist angegeben wurde, innerhalb von 60 Tagen.

Schließung von Beanstandungen

Maßnahmen zur Behebung von Beanstandungen müssen unter Absprache mit dem zuständigen LBA-Inspektor erfolgen. Kann eine Beanstandung nicht direkt vor Ort behoben werden, muss die erfolgreiche Behebung dem zuständigen LBA-Inspektor schriftlich, unter Vorlage geeigneter Nachweise, mitgeteilt werden.

Für jede Beanstandung muß durch den Luftfahrzeughalter eine Ursachenanalyse erstellt werden. Hier sollen die Ursachen der Mängel ermittelt werden, um die passenden Behebungsmaßnahmen festzulegen und so sicherzugehen, dass die Mängel nicht noch einmal auftreten. Eine Hilfestellung zur Erstellung einer Ursachenanalyse finden Sie in unseren Merkblättern

Welche Kosten entstehen für mich?

Das Luftfahrt-Bundesamt erhebt keine Kosten für die ACAM-Überprüfung. Da der Luftfahrzeughalter per Gesetz verpflichtet ist, das Luftfahrzeug und die Luftfahrzeugdokumentation zur Verfügung zu stellen, wird hierfür auch keine Aufwandsentschädigung erstattet.

Wie sind ACAM-Inspektoren ausgebildet?

Die ACAM-Mitarbeiter haben ein umfangreiches Ausbildungspaket durchlaufen. Sie sind für beide Arten von Surveys entsprechend qualifiziert und autorisiert. Bei In-Depth Surveys ist immer mindestens ein Mitarbeiter des Teams Inhaber einer Lizenz nach Teil-66 in der dem Luftfahrzeug entsprechenden Kategorie.

Welche Gesetze gelten für mich im Zusammenhang mit ACAM?

Die rechtlichen Grundlagen für die Durchführung von ACAM-Überprüfungen, sowie über die Verpflichtungen der Luftfahrzeugverantwortlichen haben wir für Sie unter Rechtsgrundlagen zusammengestellt.

Wie erreiche ich das ACAM-Team, wenn ich eine Frage habe?

Sie erreichen uns per E-Mail an acam@lba.de, telefonisch unter 0531/2355-5210 oder per Fax an die Durchwahl -5299.

Diese Seite

© 2014 Luftfahrt-Bundesamt - Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI)