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Fragen zu den Sicherheitsmaßnahmen und deren Umsetzung

Benötigen alle meine Mitarbeiter eine Schulung?

Nein. Nur der

  • Sicherheitsbeauftragte (gegebenenfalls Stellvertreter) benötigen eine Schulung nach Kapitel 11.2.5 der Durchführungsverordnung (EU) 2015/1998
  • Personen mit Zugang zu identifizierbarer Luftfracht benötigen eine Schulung nach Kapitel 11.2.7 der Durchführungsverordnung (EU) 2015/1998
  • Personen, die Sicherheitskontrollen durchführen, benötigen eine Schulung nach Kapitel 11.2.3.9 der Durchführungsverordnung (EU) 2015/1998

Weiterführende Informationen bietet das Referat S2 - Luftsicherheitsschulungen an. Schulungsfragen können Sie an luftsicherheitsschulung@lba.de richten.

Ist sichere Luftfracht die mit sogenannten Expressdienstleistern befördert werden soll, anders zu behandeln, als sichere Luftfracht, die mit "klassischen" Luftfrachtspediteuren befördert werden soll?

Nein, sofern die Luftfracht gemäß den Vorgaben aus 6.4.2.1 der VO (EU) 2015/1998 behandelt wurde und an einen reglementierten Beauftragten übergeben werden soll. Hierbei ist es unerheblich, ob es sich um einen Expressdienstleister oder einen klassischen Luftfrachtspediteur handelt. Liegen Gründe vor, dass bei einer Sendung, keine Sicherheitskontrollen durchgeführt wurden oder die Sendung ihren Ursprung nicht beim bekannten Versender hat, dann muss der bekannte Versender den reglementierten Beauftragten unmissverständlich auf diesen Umstand hinweisen, damit Nummer 6.3.2.3 der VO ((EU) 2015/1998 Anwendung finden kann.

Ich habe keinen Transport-Fuhrpark. Kann ich trotzdem bekannter Versender werden?

Ja. Falls Sie den Transport eigenverantwortlich durchführen, müssen Sie nachweisen, dass Ihre Fahrer die erforderliche Schulung erhalten haben. Falls das Unternehmen einen Auftragnehmer einsetzt, müssen Sie gewährleisten, dass die Luftfracht/ Luftpost vom Unternehmen versiegelt wird und die Transporteurserklärung gemäß Anlage 6-E der Verordnung (EU) 2015/1998 von dem Transporteur unterschrieben wurde.

Informationen über die erforderlichen Schulungen erhalten Sie beim Referat S2 - Luftsicherheitsschulungen oder unter luftsicherheitsschulung@lba.de.

Was ist unter "Sicherheitskontrollen" zu verstehen?

Der Begriff der „Sicherheitskontrolle“ ist in Artikel 3 Ziffer 9 der VO (EG) Nr. 300/2008 definiert als „die Anwendung von Mitteln, mit denen die Einschleusung verbotener Gegenstände verhindert werden kann“. Alle Personen, die Sicherheitskontrollen durchführen müssen nach Nummer 11.2.3.9 des Anhangs der VO (EU) 2015/1998 geschult sein.

Als Sicherheitskontrollen bei einem bekannten Versender sind Maßnahmen zu verstehen, die sich in erster Linie aus den Nummern 6.4.2.1 und 6.6.1.1 des Anhangs der VO (EU)2015/1998 ergeben.

Dabei ist vorrangig darauf abzustellen, ob die Tätigkeit der Person darauf abzielt, Maßnahmen im Rahmen der Luftsicherheit durchzuführen.

Sicherheitskontrollen führt bei einem bekannten Versender zum Beispiel durch, wer

1. abschließend entscheidet, ob die Anforderungen hinsichtlich Einstellung (ZÜP/) und Schulung nach Kapitel 11 der VO (EU) 2015/1998 erfüllt sind,

2. nicht geschulte und zuverlässige Personen begleitet und dafür Sorge trägt, dass niemand Zugriff zu identifizierbarer Luftfracht hat,

3. den reglementierten Beauftragten unmissverständlich darauf hinweist, wenn Luftfracht unsicher versendet wird,

4. für die Vergabe von administrativen Zugangsberechtigungen, wie beispielsweise Schlüsselausgaben, Aktivierung von Chipkarten etc., zum luftsicherheitsrelevanten Bereich verantwortlich ist,

5. bei Fehlen von baulichen Mitteln dafür Sorge trägt, dass identifizierbare Luftfracht vor unberechtigtem Eingriff oder Manipulation geschützt ist (z.B. der Mitarbeiter im Vertrieb bei bekannten Versendern, bei denen nicht bereits die Produktion ein nach luftsicherheitsrechtlichen Vorgaben geschützter Bereich ist) und

6. identifizierbare Luftfracht verpackt.

Wir weisen darauf hin, dass diese Aufzählung keinen Anspruch auf Vollständigkeit hat. Bei Fragen zu hier nicht genannten Einzelfällen kontaktieren Sie uns bitte unter bekannteversender@lba.de.

Ich beschäftige Leiharbeiter. Kann ich trotzdem bekannter Versender werden?

Ja. Leiharbeiter unterliegen den gleichen Voraussetzungen wie das eigene Personal des bekannten Versenders. Das Einstellungsverfahren muss bis auf weiteres zumindest eine beschäftigungsbezogene Überprüfung beinhalten. Bei der Validierungsprüfung der Betriebsstätte vor Ort wird in der Regel ein Gespräch mit der Person geführt, die für die Personaleinstellung zuständig ist. Allerdings teilt das Luftfahrt-Bundesamt bei der vor-Ort-Kontrolle mit, welche Mitarbeiter als Gesprächspartner zur Verfügung stehen sollten. Es müssen in jedem Fall Nachweise (zum Beispiel Formularvordrucke) vorgelegt werden, mit denen die Verfahren des Unternehmens belegt werden. Dieses Einstellungsverfahren gilt für Mitarbeiter, die nach dem 29. April 2010 eingestellt wurden bzw. im Zeitraum davor nicht im Sicherheitsbereich tätig waren.

Welche Sicherheitsmaßnahmen muss ein bekannter Versender in Bezug auf Luftfracht durchführen?

Frachtsendungen dürfen keine verbotenen Gegenstände enthalten. Verbotene Gegenstände sind montierte Spreng- oder Brandsätze, die nicht entsprechend den geltenden Sicherheitsstandards befördert werden. Der bekannte Versender gewährleistet dabei, dass

  • das Niveau der Sicherheit ausreichend ist, um identifizierbare Luftfracht/ Luftpost vor unbefugtem Eingriff und Manipulation zu schützen,
  • alle Mitarbeiter, die Sicherheitskontrollen durchführen, werden gemäß den Anforderungen von Kapitel 11 eingestellt und geschult, und alle Mitarbeiter mit Zugang zu identifizierbarer Luftfracht oder Luftpost, bei der die erforderlichen Sicherheitskontrollen durchgeführt wurden, sind gemäß den Anforderungen von Kapitel 11 eingestellt und in Bezug auf das Sicherheitsbewusstsein geschult und
  • identifizierbare Luftfracht/-post wird bei der Produktion, Verpackung, Lagerung und/ oder Versand vor unbefugtem Eingriff oder Manipulation geschützt.


Was sind "Sendungen anderen Ursprungs" und was muss dabei beachtet werden?

Für einen bekannten Versender sind die Luftfrachtsendungen, die ihm von einem anderen Hersteller/Versender übergeben worden sind und bei denen bereits zum Zeitpunkt der Übergabe feststand, dass diese Sendungen per Luftfracht befördert werden, Sendung anderen Ursprungs

Diese Sendungen müssen getrennt von seinen eigenen Luftfrachtsendungen gelagert werden (nicht zwingend physisch). Ferner muss deren Ursprung eindeutig auf der Sendung oder in den Begleitdokumenten angegeben sein. Schließlich muss der bekannte Versender den reglementierten Beauftragten unmissverständlich auf diesen Umstand hinweisen.

Was bedeutet manipulationssicher?

Manipulationssichere Verpackung gewährleistet, dass an einer Verpackung Spuren einer Manipulation an ihr erkennbar werden.

Benötige ich einen gesonderten Bereich für die Lagerung der vorbereiteten Luftfracht?

Sobald Luftfracht avisierbar wird, bedarf es des besonderen Schutzes vor unbefugten Eingriffen und Manipulation. Dieses Schutzniveau muss im Betrieb aufrechterhalten werden, bis die Fracht zum reglementierten Beauftragten oder Flughafen transportiert oder abgeholt wird. Luftfracht muss manipulationssicher verpackt und sicher gelagert werden; in der Regel sind dafür abschließbare Metallkäfige oder Verwahrräume ausreichend.

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