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Fragen zur Anerkennung von flugmedizinischen Sachverständigen

1. Welche Behörde ist für eine Anerkennung als flugmedizinischer Sachverständiger zuständig?

Eine Anerkennung als flugmedizinischer Sachverständiger kann vom Luftfahrt-Bundesamt ausgesprochen werden. Anträge richten Sie bitte an das Luftfahrt-Bundesamt, Referat Flugmedizin, 38144 Braunschweig.

2. Erfolgt die Anerkennung als flugmedizinischer Sachverständiger unbefristet und lebenslang?

Die Anerkennung als flugmedizinischer Sachverständiger Klasse 2 oder Klasse 1 wird auf die Dauer von drei Jahren befristet. Kürzere Gültigkeitsdauern sind möglich. Eine Altersgrenze besteht nicht.

3. Welche Voraussetzungen müssen für die Anerkennung als flugmedizinischer Sachverständiger Klasse 2 erfüllt sein?
  • Angaben zur Person
  • Nachweis „über eine vollständige Befähigung und Approbation als Arzt“
  • Bescheinigung über den „Abschluss einer fachärztlichen Ausbildung“
  • Nachweis über Absolvierung eines „Grundlehrgangs in Flugmedizin“ (mind. 60 Std.)
  • Angabe, in welcher bzw. welchen Untersuchungsstelle/n die Tauglichkeitsuntersuchungen vorgenommen werden sollen. Falls es sich dabei um eine Klinik, ein Institut oder die Praxis eines anderen Arztes handeln sollte, ist vom Betreiber dieser Einrichtung eine Bescheinigung darüber auszustellen, dass dem Antragsteller die Nutzung dieser Räumlichkeiten und Geräte gestattet wird 
  • Schriftliche Erklärung darüber, dass diese Untersuchungsstelle/n über „geeignete Einrichtungen, Verfahren, Unterlagen sowie funktionsfähige Ausrüstung verfügt/verfügen, die für die Durchführung von flugmedizinischen Untersuchungen geeignet sind“
  • Schriftliche Erklärung darüber, dass alle „notwendigen Verfahren und Voraussetzungen geschaffen wurden, um die ärztliche Schweigepflicht zu gewährleisten“
  • Schriftliche Erklärung darüber, dass „der flugmedizinische Sachverständige Tauglichkeitszeugnisse auf der Grundlage der Anforderungen der EU-Verordnung 1178/2011 einschließlich des dazugehörigen AMC Materials (Acceptable means of compliance) ausstellen“ wird
  • Selbst unterschriebene Erklärung dazu, dass keine zum Nachteil des Antragstellers verhängten oder schwebenden „Disziplinarverfahren oder Untersuchungen durch eine medizinische Aufsichtsbehörde“ eingeleitet wurden

     

4. Welche Voraussetzungen müssen für die Anerkennung als flugmedizinischer Sachverständiger Klasse 1 erfüllt sein?
  • Nachweis einer gültigen Anerkennung als flugmedizinischer Sachverständiger Klasse 2
  • Nachweis über die erfolgreiche Teilnahme an einem vom Luftfahrt-Bundesamt anerkannten Aufbaulehrgang für flugmedizinische Sachverständige
  • Nachweis über mindestens 30 durchgeführte Untersuchungen zum Zwecke der Ausstellung, Verlängerung oder Erneuerung eines Tauglichkeitszeugnisses der Klasse 2 in den letzten fünf Jahren vor der Antragstellung
  • Nachweis einer praktischen Ausbildung an einem flugmedizinischen Zentrum oder unter Aufsicht der Genehmigungsbehörde
5. Welche Stellen bieten Grund- oder/und Aufbaulehrgänge an, die ich für meine Anerkennung als flugmedizinischer Sachverständiger benötige?

Deutsche Akademie für Flug- und Reisemedizin gGmbH in Frankfurt/Main.
Nähere Informationen finden Sie hier:

Flugmedizinisches Institut der Luftwaffe in Fürstenfeldbruck.
Nähere Informationen finden Sie hier:

Kings College London
Nähere Informationen finden Sie hier:

6. Worin besteht die praktische Ausbildung an einem flugmedizinischen Zentrum zum Erwerb der Anerkennungsvoraussetzungen für Untersuchungen nach der Tauglichkeit Klasse 1?

Die Dauer der Ausbildung umfasst 4 Tage in Vollzeit und soll die bereits vorhandenen fachlichen Kenntnisse und Fertigkeiten für die Durchführung von Tauglichkeitsuntersuchungen/-beurteilungen zur Verlängerung oder Erneuerung von Tauglichkeitszeugnissen der Klasse 1 vertiefen. Die Ausbildung umfasst die Einführung in das AeMC mit Vorstellung der Mitarbeiter, der Räumlichkeiten und Gerätschaften, die Darstellung der Untersuchungsabläufe, die Hospitation beim Leiter des AeMC sowie die Hospitation in den einzelnen Funktionsbereichen und die Mitwirkung bei der Durchführung von Konsultationen, Verweisungen und Zweitüberprüfungen. Die Kontaktdaten der entsprechenden AeMC hier:

7. Welche Voraussetzungen muss ich für die Verlängerung meiner Anerkennung als flugmedizinischer Sachverständiger erfüllen?

Für die Verlängerung der Anerkennung um jeweils drei Jahre ist die Teilnahme an vom Luftfahrt-Bundesamt anerkannten flugmedizinischen Auffrischungslehrgängen im Umfang von mindestens 20 Stunden seit der letzten Anerkennung oder Verlängerung nachzuweisen. Eine Liste der anerkannten flugmedizinischen Fortbildungslehrgänge finden Sie hier:

Darüber hinaus haben Sie einen Nachweis über mindestens 10 Tauglichkeitsuntersuchungen je Anerkennungsjahr zu erbringen bzw. in den letzten 5 Jahren vor Antragstellung mindestens 30 Untersuchungen zum Zwecke der Ausstellung, Verlängerung oder Erneuerung eines Tauglichkeitszeugnisses der Klasse 2 durchgeführt haben.

8. Wird meine Tätigkeit als flugmedizinischer Sachverständiger durch die Genehmigungsbehörde beaufsichtigt?

Die Genehmigungsbehörde ist verpflichtet, die Tätigkeit der flugmedizinischen Sachverständigen in ihrem Zuständigkeitsbereich zu beaufsichtigen. Die Aufsichtstätigkeit erstreckt sich sowohl auf die Prüfung der Voraussetzungen, als auch auf die fachlich flugmedizinische Prüfung der Tauglichkeitsuntersuchungen.

9. Was bedeutet es, wenn die Genehmigungsbehörde einen Aufsichtsbesuch in meiner Untersuchungsstelle angekündigt hat?

Aufsichtsbesuche werden randomisiert oder bei Bedarf anlassbezogen durchgeführt. Es wird geprüft, ob die Ausstattung der flugmedizinischen Untersuchungsstelle die ordnungsgemäße Durchführung von Tauglichkeitsuntersuchungen zulässt. Darüber hinaus wird geprüft, ob die Tauglichkeitsuntersuchungen entsprechend den luftverkehrsrechtlichen Regelungen durchgeführt werden. Die Ergebnisse des Aufsichtsbesuchs werden mit dem Flugmedizinischen Sachverständigen besprochen und im Rahmen eines Protokolls dokumentiert.

10. Wo erhalte ich meine AME-Nummer?

Ihre AME-Nummer wird Ihnen vom Luftfahrt-Bundesamt mitgeteilt. In der Regel erhalten Sie die AME-Nummer im Zusammenhang mit Ihrem Anerkennungsbescheid.

11. Ändert sich meine AME-Nummer?

Nein, Ihre AME-Nummer soll der sicheren und schnellen Zuordnung aller von Ihnen übermittelten Daten dienen.

12. Muss ich für die Dokumentation meiner Tauglichkeitsentscheidungen besondere Formulare verwenden?

Wir empfehlen, die Dokumentation Ihrer Tauglichkeitsentscheidungen auf den dafür vorgesehenen Formblättern vorzunehmen. Die Formblätter finden Sie hier.

13. Wie erhalte ich die speziellen Vordrucke des Tauglichkeitszeugnisses?

Sofern Sie über eine Anerkennung als flugmedizinischer Sachverständiger verfügen, wenden Sie sich bitte schriftlich an das Luftfahrt-Bundesamt, Referat Flugmedizin. Bestellungen können ausschließlich hier entgegengenommen werden. Für eine Bestellung der Tauglichkeitszeugnisvordrucke müssen Sie Ihren Namen, Anschrift, Lieferadresse und Referenznummer angeben, die Bestellung mit Ihrem Praxisstempel und der eigenhändigen Unterschrift versehen und per Post (Luftfahrt-Bundesamt, Referat L5, 38144 Braunschweig) oder Fax (0531 2355-4599) übersenden. Bitte denken Sie daran, dass Vordrucke nur in Gebinden von 100 Stück oder Vielfache hiervon versandt werden können. Die Kosten für 100 Stück belaufen sich in etwa auf 150,00 € plus Versandkosten.

14. Besteht eine Möglichkeit zur elektronischen Übermittlung der flugmedizinischen Daten?

Leider besteht zurzeit keine Möglichkeit, die an die Genehmigungsbehörde zu übermittelnden Daten in elektronischer Form zu übertragen. Eine solche Möglichkeit soll so rasch wie möglich geschaffen werden. Sobald ein solches Verfahren zur Verfügung stehen wird, werden wir dies bekanntmachen.

15. Was ist unter einer Genehmigungsbehörde zu verstehen?

Die Genehmigungsbehörde bezeichnet die zuständige Behörde des Mitgliedstaats, der die Lizenz ausgestellt hat bzw. in dem eine Person eine Lizenz beantragt, oder bei noch nicht erfolgter Antragstellung die nach nationalem Recht zuständige Behörde. In Deutschland ist das Luftfahrt-Bundesamt die Genehmigungsbehörde nach Teil MED der Verordnung 1178/2011. Die entsprechenden Adressen der nationalen und internationalen Genehmigungsbehörden finden Sie hier.

16. Welche Daten sind an die Genehmigungsbehörde zu übermitteln?

Entsprechend den europäischen Rechtsgrundlagen ist für jede Untersuchung für die Ausstellung eines Tauglichkeitszeugnisses ein Bericht bei der Genehmigungsbehörde einzureichen. Dieser Bericht ist auf den Formblättern des Luftfahrt-Bundesamtes zu fertigen. Die Formblätter finden Sie hier.

17. Muss ich für jede meiner durchgeführten Tauglichkeitsuntersuchungen die Daten übermitteln?

Ja, die europäischen Rechtsgrundlagen sehen vor, dass Sie für jede Untersuchung für die Ausstellung eines Tauglichkeitszeugnisses einen Bericht bei der Genehmigungsbehörde einreichen - siehe FAQ 16.

18. Wie kann ich die Daten der Tauglichkeitsuntersuchungen an die Genehmigungsbehörde übermitteln?

Eine Übermittlung der Berichte an die Genehmigungsbehörden ist zurzeit nur auf dem postalischen Weg möglich. Bitte nehmen Sie Abstand von einer Übermittlung per Fax oder E-Mail. Die Möglichkeit einer elektronischen Übermittlung soll so schnell wie möglich geschaffen werden. Sobald ein Verfahren zur Verfügung steht, werden wir dies bekanntmachen. Die jeweiligen Adressen der Genehmigungsbehörden finden Sie hier.

19. Kann ich auch Tauglichkeitsbeurteilungen für LAPL-Tauglichkeitszeugnisse durchführen?

Grundsätzlich können flugmedizinische Sachverständige auch Tauglichkeitsbeurteilungen für LAPL-Tauglichkeitszeugnisse durchführen. Bitte vergewissern Sie sich, dass Ihre Anerkennung die Durchführung dieser Untersuchungen einschließt.

20. Kann ich auch flugmedizinische Beurteilungen von Flugbegleitern durchführen?

Grundsätzlich können flugmedizinische Sachverständige auch flugmedizinische Beurteilungen für Flugbegleiter durchführen. Das entsprechende Formular finden Sie hier.

21. Welche Bewerber bekommen ein Tauglichkeitszeugnis nach Teil-MED?

Nur Bewerber um die Tauglichkeit der Klassen 1, 2 und LAPL erhalten bei festgestellter Tauglichkeit ein Tauglichkeitszeugnis.

22. Gilt ein Tauglichkeitszeugnis nach Teil-MED auch für Fluglotsen?

Nein, ein Tauglichkeitszeugnis ausgestellt nach Teil-MED der Verordnung 1178/2011 gilt nicht für Fluglotsen. Fluglotsen sind zur Zeit nach den „Anforderungen für die medizinische Zertifizierung von Flugverkehrslotsen nach Klasse 3“ zu untersuchen. Diese Untersuchungen dürfen Sie nur dann durchführen, wenn Sie über eine entsprechende Anerkennung des Bundesaufsichtsamts für Flugsicherung (BAF) verfügen.

23. Welchen Nachweis einer durchgeführten flugmedizinischen Beurteilung erhalten Flugbegleiter?

Flugbegleiter erhalten nach Abschluss der flugmedizinischen Beurteilung ein sogenanntes „Ärztliches Gutachten für Flugbegleiter“. Auf diesem ist anzugeben, ob der Inhaber für tauglich oder untauglich beurteilt wurde. Das entsprechende Formular finden Sie hier.

24. Nach welchen Tauglichkeitsbestimmungen werden Flugbegleiter beurteilt?

Die flugmedizinische Beurteilung von Flugbegleitern wird nach den Bestimmungen des Abschnitts C des Anhangs IV (Teil-MED) der EU-Verordnung 1178/2011 und dem zugehörigen AMC-Material (Acceptable means of compliance) vorgenommen.

25. Nach welchen Tauglichkeitsbestimmungen werden Bewerber um ein LAPL Tauglichkeitszeugnis beurteilt?

Die Tauglichkeitsbeurteilung von Bewerbern um ein LAPL Tauglichkeitszeugnis wird nach den Bestimmungen des Unterabschnitts 3 (MED.B.095) des Abschnitts B des Anhangs IV (Teil-MED) der EU-Verordnung 1178/2011 und dem zugehörigen AMC Material (Acceptable means of compliance) vorgenommen.

26. Nach welchen Tauglichkeitsbestimmungen werden Bewerber um ein Tauglichkeitszeugnis der Klasse 1 oder 2 beurteilt?

Die Tauglichkeitsuntersuchung von Bewerbern um ein Tauglichkeitszeugnis der Klasse 1 oder 2 wird nach den Bestimmungen des Unterabschnitts 2 (MED.B.005-090) des Abschnitts B des Anhangs IV (Teil-MED) der EU-Verordnung 1178/2011 und dem zur jeweiligen Tauglichkeitsklasse gehörigen AMC Material (Acceptable means of compliance) vorgenommen.

27. Was bedeutet die 45-Tage Regelung?

Die Regelung sieht vor, dass eine Untersuchung/Beurteilung zur Verlängerung eines Tauglichkeitszeugnisses bis zu 45 Tage vor Ablauf der Gültigkeit des zu verlängernden Tauglichkeitszeugnisses erfolgen kann. Für die Berechnung ist jeder Kalendertag zu zählen. Wird die Untersuchung/Beurteilung in diesem Zeitraum durchgeführt, berechnet sich die Gültigkeitsdauer des neuen Tauglichkeitszeugnisses ab dem Ablaufdatum des zu verlängernden Tauglichkeitszeugnisses. Diese Regelung besteht nicht für Untersuchungen/Beurteilungen, die früher als 45 Tage vor dem Ablauf der Gültigkeit des zu verlängernden Tauglichkeitszeugnisses durchgeführt werden. Auch kann die Gültigkeitsdauer eines Tauglichkeitszeugnisses nicht zusätzlich zur vorgesehenen Gültigkeitsdauer um 45 Tage verlängert werden.

28. Kann eine Tauglichkeitsuntersuchung/-beurteilung durchgeführt werden, wenn der Antrag auf Ausstellung eines Tauglichkeitszeugnisses nicht unterschrieben wird?

Ohne den durch den Bewerber unterschriebenen Antrag besteht kein Auftrag zur Durchführung einer Tauglichkeitsuntersuchung/-beurteilung. Die Unterschrift ist somit Voraussetzung für die Durchführung.

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