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Alkohol und Fliegen - Tipps des Luftfahrt-Bundesamtes

Der Konsum alkoholischer Getränke ist in unserem Kulturkreis weit verbreitet und häufig sozial akzeptiert. Dabei verwundert nicht, dass es gerade bei Tätigkeiten mit besonderen sicherheitskritischen Anforderungen, wie Autofahren oder Fliegen, zu erheblichen Einschränkungen der Leistungsfähigkeit kommen kann, wenn die Betroffenen unter dem Einfluss von Alkohol stehen. 

Alkoholische Getränke, häufig zur „Entspannung“ nach Stress, „Besserung“ der Laune oder als „Eisbrecher“ bei sozialen Kontakten verwendet, können tiefgreifende Verhaltens- und Gemütsveränderungen bewirken und tragen zur Enthemmung bei. Alkohol beeinflusst frühzeitig das Urteilsvermögen und provoziert ein Verhalten welches leicht zu Unfällen beitragen oder deren alleinige Ursache sein kann. Alkohol wirkt zunächst in geringen Mengen anregend, bei weiterem Konsum aber sehr schnell beruhigend, Schlaf anstoßend und konzentrationshemmend. Chronisch erhöhter Alkoholkonsum ist mit zahlreichen Erkrankungen verbunden und kann darüber hinaus abhängig machen. 

Neben den akuten Wirkungen des Alkohols wie den zentralnervösen, bis hin zum Rausch, können Beeinträchtigungen von Körperfunktionen eintreten, die als „Hangover“ bezeichnet werden und gerade für Piloten besonders gefährlich sind. Hierzu gehören Kopfschmerzen, Aufmerksamkeitsstörungen, Müdigkeit, Beeinträchtigung der Reaktionsfähigkeit, Seh-, Hör- und Gleichgewichtsstörungen, etc. Bereits ab 0,2 Promille lässt die Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit nach, insbesondere bei plötzlich auftretenden Ereignissen. Die Beeinträchtigungen können bis zu mehrere Tage nach dem letzten Alkoholkonsum fortbestehen, also auch dann noch, wenn im Blut längst kein erhöhter Alkoholspiegel mehr messbar ist. Diese Umstände gewinnen an Dramatik, wenn Berücksichtigung findet, dass Piloten ihre Tätigkeit üblicherweise in einer Umgebung ausüben, die durch höhenbedingt verminderte Sauerstoffversorgung des Körpers, zusätzlich zur Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit beiträgt. 

Piloten sollten ihre Aufgaben stets präzise und professionell ausüben. Fliegen sollte Spaß machen, verzeiht aber nur bedingt Fehler. Jeglicher Umstand, der dazu beiträgt, die Fähigkeit eines Piloten zur korrekten und sicheren Ausübung seiner Aufgaben zu beeinträchtigen, ist ein potentielles Risiko für einen Unfall. Alkoholkonsum stellt daher einen selbstgewählten Risikofaktor dar, der vermieden werden kann. Die Möglichkeit zur Vermeidung dieses Risikofaktors liegt in der Hand des verantwortungsbewussten Piloten. 

Piloten sollten sich stets daran erinnern, dass Vorschriften allein keine Garantie dafür sind, dass keine Probleme auftreten. Viel wichtiger ist, dass Piloten um die tödlichen Gefahren des Alkoholkonsums für ihre verantwortungsvolle Aufgabe und für die Sicherheit beim Fliegen wissen.

Fazit:

  • Beherzigen Sie als Pilot die gesetzlichen Vorgaben zur Vermeidung von Alkoholkonsum als Mindestanforderungen. Besser wäre es, wenn Sie in einem Zeitraum von mindestens 24 Stunden vor dem Flug keinen Alkohol trinken.
  • Bedenken Sie, dass Kaffeegenuss, ein Spaziergang an frischer Luft, das Atmen von Sauerstoff oder andere Verhaltensweisen die Geschwindigkeit des Alkoholabbaus im Körper nicht beeinflussen können.
  • Bedenken Sie auch die widrigen Effekte eines "Hangover" nach Alkoholkonsum und deren Einflüsse auf eine sichere Flugdurchführung.
  • Vermeiden Sie jegliche Einnahme von Medikamenten oder sonstiger Substanzen, deren Wirkungen oder Nebenwirkungen Ihre Fähigkeit zur sicheren Flugdurchführung beeinträchtigen könnten.
  • Nutzen Sie Ihre Urteilsfähigkeit als Pilot und gefährden Sie weder Ihr Leben noch das Leben Ihrer Passagiere.
  • Machen Sie es sich zur Regel, den Verzicht auf Alkoholkonsum vor und während eines Flugs genauso gewissenhaft zu betreiben, wie zum Beispiel die Flugplanaufgabe, Vorflugkontrolle oder das Vermeiden des Einflugs in schlechtes Wetter.
Stand: 19.07.2012

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