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Fragen zu Ausbildungsbetriebe

Müssen Auffrischungsschulungen für die Erneuerung einer Klassen-, Muster-, oder Instrumentenflugberechtigung vorab vom LBA genehmigt werden und was ist für die ATO zu beachten?

Die Verordnung (EU) Nr. 1178/2011 sieht keine vorherige Genehmigung von Auffrischungsschulungen durch die zuständige Behörde mehr vor. Der Umfang der Auffrischungsschulung wird im Einzelfall von der ATO festgelegt (AMC1 FCL.740(b)(1) Absatz a) [AMC1 FCL.625(c) Absatz a] und muss nicht vorab vom LBA genehmigt werden.

1.    Das Verfahren zur Feststellung des notwendigen Umfangs sowie der Durchführung von Auffrischungsschulung, ist in den Handbüchern der ATO zu beschreiben.

Es sollte mindestens Folgendes beinhalten:

  • Festlegungen über den generell notwendigen Schulungsbedarf, abhängig von der Dauer, die die Berechtigung abgelaufen ist (AMC1 FCL.740(b)(1) Absatz a Nr. 3) [AMC1 FCL.625(c) Absatz a Nr. 2]. Diese Vorgaben sind verpflichtend und stellen den Mindestumfang der Auffrischungsschulung dar.
  • Ermittlung eines eventuell notwendigen, individuellen Schulungsbedarfs (AMC1 FCL.740(b)(1) Absatz a Nr. 1 und Nr. 2) [AMC1 FCL.625(c) Absatz a Nr. 1]. Der individuelle Schulungsbedarf kann durch einen Evaluierungsflug oder im Simulator ermittelt werden und soll diejenigen Bereiche abdecken, in denen der Bewerber den größten Bedarf gezeigt hat.
  • Die ATO hat auf Basis des ermittelten Schulungsbedarfs ein individuelles Trainingsprogramm zu erstellen (AMC1 FCL.740(b)(1) Absatz b) [AMC1 FCL.625(c) Absatz b], das dann dem LBA zusammen mit dem Antrag auf Erneuerung (AMC1 FCL.740(b)(1) Absatz c) [AMC1 FCL.625(c) Absatz c] und ggf. weiteren Nachweisen vorzulegen ist.

2.    Es muss ein genehmigtes Ausbildungsprogramm der ATO zum Erwerb der jeweiligen Klassen-, Muster- oder Instrumentenflugberechtigung vorhanden sein.

Wichtig: Nur wenn ein solches Verfahren beschrieben ist, dürfen Auffrischungsschulungen durchgeführt werden.

[Rechtsbezüge in eckigen Klammern stehen für die Auffrischungsschulung der Instrumentenflugberechtigung]

Können nach JAR-FCL 1 bzw. 2 deutsch zugelassene Ausbildungsbetriebe (FTO oder TRTO) auch nach dem 8. April 2013 weiterhin ausbilden?

Weil nach Artikel 10a Abs. 2 der Verordnung (EU) Nr. 1178/2011 Organisationen für die Pilotenausbildung, die Inhaber JAR-gemäßer Zeugnisse sind, als Inhaber eines ATOApproved Training Organisation-Zeugnisses gelten, können diese ihre Rechte auch ab dem 09. April 2013 grundsätzlich im bisherigen Umfang bis zum Ablauf der Gültigkeit des JARJoint Aviation RequirementsJoint Aviation Requirements-gemäßen Zeugnisses unter der Voraussetzung wahrnehmen, dass sie ihr Managementsystem, ihre Ausbildungsprogramme, Verfahren und Handbücher so anpassen, dass sie spätestens ab den 08.04.2014 den Anforderungen aus Anhang VII der Verordnung (EU) Nr. 1178/2011 entsprechen. 

Diesen Organisationen können ab dem 09. April 2013 auch neue Ausbildungsprogramme in Übereinstimmung mit Anhang I TEIL-FCL der Verordnung (EU) Nr. 1178/2011 (z.B. für die Ausbildung zum Erwerb der Leichtflugzeug-Pilotenlizenz - LAPLLight Aircraft Pilot Licence) genehmigt werden.

Wenn nach dem 8. April 2013 Änderungen in nach JAR-FCL 1 bzw. 2 deutsch genehmigten Teilbereichen erforderlich sind, die einer Genehmigung bedürfen (z. B. überarbeitete Ausbildungsprogramme), kann die Genehmigung nur erteilt werden, wenn die Anforderungen der europäischen Vorschriften in diesem Teilbereich erfüllt werden.

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