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"Fahrplan" der Europäischen Kommission zur Förderung der Allgemeinen Luftfahrt ("GA Roadmap Projekt")

Vorstehende Punkte wurden durch die inhaltliche Komplexität der nun geltenden europäischen Gesetzgebung sowie die teilweise signifikante Erhöhung der Anforderungen noch verschärft.

In Folge dessen kam es zu Informationsdefiziten sowie in gewissem Maße auch Resignation und Hilflosigkeit angesichts der erdrückenden Last ständig wechselnder Anforderungen, aber auch angesichts erhöhter Kosten und Gebühren. Der letzte Punkt - ebenfalls auf die veränderten Rahmenbedingungen zurückzuführen - betraf insbesondere die Musterzulassung von neuen Luftfahrzeugen oder Flugmotoren durch EASA.

Diesen Umstand teilten Privatpersonen, Betriebe, Interessenvertretungen, Vereine und auch die Luftfahrtbehörden (wie das LBA) immer wieder der EASA sowie weiteren relevanten Organen der EU wie der Europäischen Kommission und dem Europäischen Parlament mit. Seit spätestens 2008 wurden daher Themen der Überregulierung, der Angemessenheit der Anforderungen sowie der Zukunft der Allgemeinen Luftfahrt in Europa verstärkt vom europäischen Gesetzgeber aufgegriffen.

Die "European General Aviation Safety Strategie" nahm Form an. In 2012 stellte die Europäische Kommission einen Fahrplan ("Roadmap") auf, in dem die allgemein geltenden Prinzipien eines diesbezüglichen Arbeitsprogramms sowie erste Themenfelder festgelegt wurden.

Die „GA Roadmap“ wurde in den darauffolgenden zwei Jahren sukzessive erweitert und verfeinert. Das letzte Mal geschah dies im Rahmen der im Oktober 2014 durchgeführten "EASA Annual Safety Conference 2014 on General Aviation" in Rom.

Weiterhin wurde erkannt, dass nur in Zusammenarbeit mit betroffenen Interessenvertretungen sowie mit den Luftfahrtbehörden der EU Mitgliedstaaten gehandelt werden kann.

Entsprechend kamen beispielsweise im Rahmen von vierteljährigen Besprechungen Vertreter der EASA, der nationalen Luftfahrtbehörden von insgesamt 13 EU-Mitgliedstaaten sowie von Interessenvertretungen der Allgemeinen Luftfahrt zusammen (sog. "GA Roadmap NAA Sub-SSCC meetings"), um über anstehende relevante Themen zu diskutieren und zu informieren. Es leuchtet ein, dass Deutschland in diesem Gremium ebenfalls vertreten sein muss, da die Allgemeine Luftfahrt hierzulande einen hohen Stellenwert einnimmt. In Absprache mit dem BMVI ist deshalb die Stabsstelle Behördenleitung (SBL) des Luftfahrt-Bundesamtes mit dieser Aufgabe betraut.

Seitens EASA wurden ebenfalls gewisse interne Projektstrukturen geschaffen, um dieser gewaltigen Aufgabe des "GA Roadmap Projektes" gerecht zu werden. Nichtdestotrotz ist aus Sicht des LBA in der Projektorganisation, im Projektablauf sowie in der Einbindung Externer noch erhebliches Optimierungspotential vorhanden, welches wir wiederholt in den entsprechenden Gremien (MAB und TeB) offiziell adressiert haben. Dies fand breite Unterstützung unter den anderen nationalen Luftfahrtbehörden der EU-Mitgliedstaaten sowie auch EASA, sodass hier weitere Verbesserungen zu erwarten sind.

Weitere Informationen zum GA Roadmap Projekt befinden sich auf der "GA Roadmap" Webseite der EASA.

Stand: 13.07.2016

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